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Karl Otmar von Aretin

Historiker und Zeitgenosse

Edited By Christof Dipper and Jens Ivo Engels

Im Rahmen einer eintägigen Konferenz an der TU Darmstadt, deren Beiträge in diesem Band wiedergegeben sind, hat das Institut für Geschichte das Lebenswerk seines Gründers Karl Otmar Freiherr von Aretin in seinem ganzen Umfang ausgelotet. Der im März 2014 verstorbene Historiker war zweifellos das prominenteste Mitglied des Instituts. Die Zahl seiner nationalen und internationalen Ehrungen, seine Doppelrolle als Professor in Darmstadt und Direktor der Universalgeschichtlichen Abteilung des Instituts für Europäische Geschichte Mainz, seine Funktionen namentlich innerhalb der Organisationen der Geschichtswissenschaft und nicht zuletzt seine enorme Publikationsliste zeigen das eindrücklich.
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Heinz Duchhardt - Aretin und die Münchener Historische Kommission

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Heinz Duchhardt

Aretin und die Münchener Historische Kommission1

Zu den im öffentlichen Bewusstsein wenig bekannten Facetten des Historikers und Wissenschaftsmanagers Karl Otmar von Aretin zählte seine Mitgliedschaft in der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften – also jener durch Leopold von Ranke 1858 ins Leben gerufenen Gelehrtenvereinigung, die sich zum primären Ziel gesetzt hatte (und bis heute setzt), der Geschichtswissenschaft saubere, historisch-kritische Quelleneditionen zur Verfügung zu stellen. Angesichts der begrenzten Zahl von Mitgliedern und eines strengen Aufnahmequorums eignet der Historischen Kommission bis heute – und vielleicht mehr denn je – etwas Elitäres. Ihr anzugehören scheint inzwischen längst nicht mehr ein Ziel zu sein, das jeder Historiker, der etwas auf sich hält, fest und dauerhaft im Blick hat.2

Für Aretin war die Historische Kommission dagegen ein fester Bezugspunkt in seinem Wissenschaftlerleben, und die Durchsicht der Protokolle der Plenarversammlungen, die seit geraumer Zeit jährlich im frühen Frühjahr in München stattfinden, ergab denn auch kaum überraschend, dass er seit seiner Zuwahl mit großer Regelmäßigkeit an den Sitzungen teilgenommen hat. Sieht man von den allerletzten beiden Sitzungen vor seinem Tod einmal ab, hat er zwischen 1981 und 2012 lediglich drei Sitzungen ← 45 | 46 → nicht besucht.3 Und es kommt hinzu, dass er sich auch der Übernahme von Pflichten nicht entzogen hat, ganz im Gegenteil. Diese Beziehung war freilich anfangs nicht völlig frei von Enttäuschungen, und so ging es im Verlauf...

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