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Kriegstaumel und Pazifismus

Jüdische Intellektuelle im Ersten Weltkrieg

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Hans Richard Brittnacher and Irmela von der Lühe

Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges wurde von der überwiegenden Zahl der deutschen Intellektuellen und Schriftsteller emphatisch begrüßt – auch von den deutschen Juden, die im Kampf fürs Vaterland eine Möglichkeit sahen, ihren Patriotismus und ihre gelungene Assimilation unter Beweis zu stellen. Diese Ansicht hat lange die Forschung dominiert. Die im vorliegenden Band versammelten Beiträge überprüfen aus interdisziplinärer Sicht diese These und gelangen bei der Lektüre und Analyse von Schriften, Briefen, Dichtungen und Dokumenten tonangebender jüdischer Intellektueller zu einem komplexeren Befund, der zwischen Kriegsbegeisterung und -skepsis, Duldung und Protest oszilliert.
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Hiltrud Häntzschel (München) - Kriegskritik im Konfliktfeld von Weiblich-, Deutsch- und Jüdischsein.

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Hiltrud Häntzschel (München)

Kriegskritik im Konfliktfeld von Weiblich-, Deutsch- und Jüdischsein

Mein Interesse gilt der Frage: In welchem Beziehungs-, in welchem Konfliktfeld stehen mit dem Beginn und im Verlauf des Ersten Weltkriegs die Dispositionen weiblich, deutsch, jüdisch, pazifistisch zueinander? In Ulrich Siegs Grundlagenarbeit Jüdische Intellektuelle im Ersten Weltkrieg1 finden nicht nur der Krieg selbst, sondern auch die Diskurse um Zustimmung versus Ablehnung ausnahmslos ohne Frauen statt. Im Personenregister tauchen einige wenige als Briefempfängerinnen auf, nicht aber als ernstzunehmende Korrespondenzpartnerinnen. Die Wirklichkeit ist natürlich eine gänzlich andere. Kriegsalltag, Familienleben, Versorgungsprobleme, die Heimatfront, an all das sei erinnert, aber das ist hier nicht das Thema. Thema sind mögliche Positionierungen zum Krieg, Aktivitäten für oder gegen den Krieg, literarische Auseinandersetzungen mit der Kriegserfahrung als Frau, als Deutsche, als Jüdin.

Um diese Frage erkenntnisbringend zu beantworten, richte ich sie an drei unterschiedliche Textsorten bzw. Samples von Frauen:

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