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Kolonialismus und Dekolonisation in nationalen Geschichtskulturen und Erinnerungspolitiken in Europa

Module für den Geschichtsunterricht

Uta Fenske, Daniel Groth, Klaus-Michael Guse and Bärbel P. Kuhn

Dieser Band bietet Lernenden und Lehrenden einen neuen Zugang zu der Frage, welche Rolle Kolonialismus und Dekolonisation in einer geteilten europäischen Vergangenheit spielen, und stellt Materialien für den Geschichtsunterricht bereit. Die Beiträge sind das Ergebnis des EU-Projektes CoDec, in dem Partner aus Belgien, Deutschland, Estland, Großbritannien, Österreich, Polen und der Schweiz zusammengearbeitet haben. Die einzelnen Module beschäftigen sich mit kolonialen Vergangenheiten, Prozessen von Dekolonisation und Erinnerungspolitiken in verschiedenen Ländern in vergleichender und transnationaler Perspektive. Sie bieten anregende Quellen und konkrete Vorschläge für einen zeitgemäßen Geschichtsunterricht an Europas Schulen.
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Das Luthertum in der estnischen Geschichte – von der Fremdbestimmung zur Volkskirche

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Einführung in das Modul

Während des Livländischen Kreuzzugs im frühen 13. Jahrhundert wurde die Bevölkerung des heutigen Estland deutsch-dänischen Herrschern unterstellt und musste einen neuen Glauben annehmen. Die einheimische Bevölkerung wurde christianisiert. Von nun an war der römische Katholizismus die einzige Religion. Langsam aber sicher wurden die Vorfahren der Esten zu einer abhängigen Bauernklasse unter der weltlichen und kirchlichen Herrschaft der neuen landfremden Elite, der deutschbaltischen Minderheit. Während der folgenden Jahrhunderte machten die Deutschbalten nie mehr als fünf Prozent der Gesamtbevölkerung aus.

Nach einer Reihe von langen und blutigen Kriegen geriet Estland im frühen 17. Jahrhundert unter schwedische Herrschaft. In kommunalen Angelegenheiten behielten die Deutschbalten, die stets Kontakt zu Deutschland gehalten hatten, weitgehend ihre Macht. Die Lutherische Reformation, die bereits einige Zeit zuvor eingesetzt hatte, wurde unter König Gustav Adolf II., der während des Dreißigjährigen Krieges auch die politische und militärische Vormachtstellung Schwedens erreicht hatte, erfolgreich abgeschlossen.

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