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Kolonialismus und Dekolonisation in nationalen Geschichtskulturen und Erinnerungspolitiken in Europa

Module für den Geschichtsunterricht

Edited By Uta Fenske, Daniel Groth, Klaus-Michael Guse and Bärbel P. Kuhn

Dieser Band bietet Lernenden und Lehrenden einen neuen Zugang zu der Frage, welche Rolle Kolonialismus und Dekolonisation in einer geteilten europäischen Vergangenheit spielen, und stellt Materialien für den Geschichtsunterricht bereit. Die Beiträge sind das Ergebnis des EU-Projektes CoDec, in dem Partner aus Belgien, Deutschland, Estland, Großbritannien, Österreich, Polen und der Schweiz zusammengearbeitet haben. Die einzelnen Module beschäftigen sich mit kolonialen Vergangenheiten, Prozessen von Dekolonisation und Erinnerungspolitiken in verschiedenen Ländern in vergleichender und transnationaler Perspektive. Sie bieten anregende Quellen und konkrete Vorschläge für einen zeitgemäßen Geschichtsunterricht an Europas Schulen.
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Das Beispiel der geheimen Urananreicherungsanlage in Sillamäe

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Einführung in das Modul

Mit dem Angriff auf Japan demonstrierten die USA am Ende des Zweiten Weltkrieges die Macht der Atombombe. Die UdSSR wertete das als Bedrohung und begann mit großem Aufwand, ihre nuklearen Ressourcen zu entfalten und ebenfalls eine Atombombe zu entwickeln. Zu dieser Zeit gab es nur wenige bekannte Uran-Lagerstätten auf dem Gebiet der UdSSR. Eine davon befand sich an der nördlichen Küste Estlands. 1946 entschied die Regierung der UdSSR, eine Nuklearanlage in Sillamäe zu gründen. Zwischen 1946 und 1949 kamen sowohl Arbeiter als auch Ingenieure aus verschiedenen Gegenden der UdSSR nach Sillamäe.

Der Rohstoff Ölschiefererz enthielt lediglich eine kleine Menge Uran, doch dieses reichte bei dringendem Bedarf aus, um mit der Produktion zu beginnen. Später wurden die Rohstoffe aus der Tschechoslowakei und Ostdeutschland importiert. Trotz des qualitativ besseren Erzes blieben die Arbeitsweisen dieselben. Das radioaktive Erz wurde während des Winters in offenen Waggons transportiert, bedeckt mit Wasser und Eis. Sämtliche radioaktiven Rückstände wurden in einer Lagerstätte an der Küste des Finnischen Meerbusens vergraben.

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