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Kolonialismus und Dekolonisation in nationalen Geschichtskulturen und Erinnerungspolitiken in Europa

Module für den Geschichtsunterricht

Uta Fenske, Daniel Groth, Klaus-Michael Guse and Bärbel P. Kuhn

Dieser Band bietet Lernenden und Lehrenden einen neuen Zugang zu der Frage, welche Rolle Kolonialismus und Dekolonisation in einer geteilten europäischen Vergangenheit spielen, und stellt Materialien für den Geschichtsunterricht bereit. Die Beiträge sind das Ergebnis des EU-Projektes CoDec, in dem Partner aus Belgien, Deutschland, Estland, Großbritannien, Österreich, Polen und der Schweiz zusammengearbeitet haben. Die einzelnen Module beschäftigen sich mit kolonialen Vergangenheiten, Prozessen von Dekolonisation und Erinnerungspolitiken in verschiedenen Ländern in vergleichender und transnationaler Perspektive. Sie bieten anregende Quellen und konkrete Vorschläge für einen zeitgemäßen Geschichtsunterricht an Europas Schulen.
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Gründe für die Appeasementpolitik: Das Britische Empire

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Einführung in das Modul

Die Appeasementpolitik war der wichtigste Bestandteil der britischen Außenpolitik gegenüber Hitler-Deutschland zwischen 1933 und 1939. Neville Chamberlain, britischer Premierminister von 1937 bis 1940, war hierbei die zentrale treibende Kraft. Er war der Meinung, dass es einen weiteren europäischen Krieg verhindern oder zumindest hinauszögern könnte, wenn einigen von Hitlers Gebietsforderungen in Europa entsprochen würde. Es bestehen wesentliche Zusammenhänge zwischen der Appeasementpolitik und dem Niedergang des britischen Empire. Ein Grund, warum Chamberlain glaubte, dass die Beschwichtigungspolitik funktionieren könnte, war Hitlers freundliche Haltung gegenüber Großbritannien bis zur Mitte der 1930er Jahre, eine Haltung, die unter anderem in Hitlers Bewunderung für die Art, wie die Briten ihr Empire leiteten, begründet war. Chamberlain glaubte auch fälschlicherweise, dass die Rückgabe eines Teils des durch den Vertrag von Versailles 1919 verlorenen kolonialen Territoriums zur Beschwichtigung beitragen könne. Schließlich glaubte Chamberlain durch Zugeständnisse sicherstellen zu können, dass Großbritannien die Verwicklung in zu viele Kriege vermeiden und dadurch das Empire weiterhin verteidigen könne. Es bestehen auch wichtige Zusammenhänge zwischen Appeasementpolitik und Dekolonisation. Regierungen in selbstverwalteten Dominions mit einer weißen Mehrheit demonstrierten ihre zunehmende Unabhängigkeit, indem sie ihre eigenen Ansichten zur Appeasementpolitik entwickelten, anstatt einfach die der britischen Regierung zu übernehmen. Die Entwicklung einer pro-deutschen Einstellung unter weißen Südafrikanern schürte die Angst der britischen Regierung, dass ihr Einfluss auf das Empire schwächer werde, und...

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