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Arbeit auf Abruf im Leiharbeitsverhältnis

Arbeitsvertragliche Gestaltungsmöglichkeiten

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Vera Luickhardt

Personaldienstleister müssen im Bereich der Arbeitnehmerüberlassung (Zeitarbeit/Leiharbeit) den Schutz des Leiharbeitnehmers, aber auch die Flexibilisierungsbedürfnisse des Arbeitsmarktes im Blick haben. Die Autorin untersucht, ob Leiharbeit durch die Kombination mit Arbeit auf Abruf angemessen flexibilisiert werden kann. Sie analysiert die hiermit verbundenen Rechtsfragen und arbeitet sie praxisgerecht auf. Schwerpunkte der Untersuchung sind dabei die Fragestellungen zu Arbeitszeit und Vergütung, Teilzeit und Vollzeit, vorformulierten Arbeitsverträgen und den Tarifverträgen der Zeitarbeitsbranche. Den Schluss bilden arbeitsvertragliche Musterklauseln, die Anregungen für die Umsetzung der gewonnenen Erkenntnisse in der Praxis geben.
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§ 3. Arbeit auf Abruf

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§ 3.   Arbeit auf Abruf

Die Vereinbarung der Arbeit auf Abruf, auch „Abrufarbeit“, „kapazitätsorientierte variable Arbeitszeit“, „Kapovaz“ oder „KAPOVAZ" genannt,98 ist für einen Arbeitgeber insoweit vorteilhaft, als er die Arbeitsleistung des Arbeitnehmers nicht kontinuierlich oder zu einem von vornherein bereits bestimmten Zeitpunkt abnehmen muss, sondern die Lage der Arbeitszeit an seinem wechselnden Bedarf orientieren kann. Auch für den Arbeitnehmer kann sie von Vorteil sein, wenn er eine Tätigkeit z. B. aufgrund anderweitiger Verpflichtungen nicht während üblicher Betriebsarbeitszeiten, sondern z. B. nur abends oder am Wochenende erbringen könnte, dort jedoch eine kontinuierlich Beschäftigung aufgrund eines nur begrenzten Bedarfs nicht möglich wäre (z. B. neben einem Studium).

Der Bedarf an der Arbeitsleistung kann bei der Arbeitnehmerüberlassung aufgrund der Auftragslage erheblichen Schwankungen ausgesetzt und daher unregelmäßig sein. So hat z. B. die Bundesregierung festgestellt, dass ab dem Jahre 2004 die Anzahl der überlassenen Leiharbeitnehmer nach leicht negativen Entwicklungen im Dezember und Januar eines Jahres im Verlauf der ersten Jahreshälfte von Monat zu Monat anstieg, bis sie in den Sommermonaten die höchsten Zuwachsraten erreichte. In der zweiten Jahreshälfte wuchs die Zahl der Leiharbeitnehmer zwar weiterhin, jedoch weniger stark. In den Jahren 2005 und 2006 kam es zum Jahresende wieder zu einem Rückgang.99

Ist jedoch der Bedarf nicht kontinuierlich, sondern unregelmäßig, kann dies vermehrt zu Garantievergütungspflichten des Verleihers führen, wenn dieser den Leiharbeitnehmer über längere Zeit...

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