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Wendepunkte in der Kultur und Geschichte Mitteleuropas

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Edited By E.W.B. Hess-Lüttich, Anita Czeglédy, Edit Kovács and Petra Szatmári

Die hier versammelten Beiträge nehmen die Vielfalt kultureller Phänomene und Produkte zu historischen Wendezeiten in den Blick. Neben Darstellungen von historischen Ereignissen beleuchten sie auch Wendepunkte in der Sprachverwendung, in narrativen Selbstkonstruktionen und in ästhetischen Konzepten. Die möglichen Formen von Beschreibung und Konstruktion, Antizipation und Erinnerung, Ideologisierung und Kritik, Eskapismus und Engagement sind im sprachlich und kulturell so unterschiedlich zusammengesetzten, mitteleuropäischen Raum auch von Problemen der Identität und Interkulturalität geprägt.
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Bilder der Erinnerung an die deutsche Vergangenheit in Günter de Bruyns Autobiographie Zwischenbilanz

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Günter de Bruyn's autobiographical novel is an outstanding work of art. It addresses difficult issues of German history with a fresh openness, which can be properly understood only in the mirror of the paradigm change German memory discourses underwent after the time of the Wende. A great many of the new novels describing the daily life of the Third Empire or the authors' personal past are characterised by an immediacy and frankness never seen before. Events and aspects of the private or collective past, concealed before, now appear in the form of narrated history. We may as well label this phenomenon as an intensifying drive for confession on the part of German authors. De Bruyn investigates his own part in history with ruthless candor, thereby opening up new perspectives for the German memory discourses.

Günter de Bruyns autobiographischer Roman Zwischenbilanz verdankt seinen hohen Stellenwert einem neuen, offenen Zugang zur deutschen Geschichte, den man erst im Kontext des Paradigmenwechsels im deutschen Erinnerungsdiskurs nach der Wende richtig verstehen kann. Die auffallend große Anzahl von Neuerscheinungen, die den Alltag des Dritten Reiches beziehungsweise die persönliche Vergangenheit der Autoren zum Gegenstand macht, ist von einer früher nicht gekannten Unmittelbarkeit und Offenheit gezeichnet. Ereignisse und Momente privater und kollektiver Vergangenheit, die bis dahin verschwiegen wurden, erscheinen plötzlich als erzählte Geschichte. Man könnte sogar von einem intensiven Geständniszwang der Deutschen sprechen. De Bruyn analysiert die "eigne Verwobenheit ins Historische" mit großer, auch...

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