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Wendepunkte in der Kultur und Geschichte Mitteleuropas

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Edited By E.W.B. Hess-Lüttich, Anita Czeglédy, Edit Kovács and Petra Szatmári

Die hier versammelten Beiträge nehmen die Vielfalt kultureller Phänomene und Produkte zu historischen Wendezeiten in den Blick. Neben Darstellungen von historischen Ereignissen beleuchten sie auch Wendepunkte in der Sprachverwendung, in narrativen Selbstkonstruktionen und in ästhetischen Konzepten. Die möglichen Formen von Beschreibung und Konstruktion, Antizipation und Erinnerung, Ideologisierung und Kritik, Eskapismus und Engagement sind im sprachlich und kulturell so unterschiedlich zusammengesetzten, mitteleuropäischen Raum auch von Problemen der Identität und Interkulturalität geprägt.
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Elfriede Jelineks theaterästhetisches Konzept. Ein Wendepunkt?

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In theatre studies it has already become a commonplace that Elfriede Jelinek (often referred to as the mother of post dramatic theatre) is working deliberately against traditional playwriting as regards both content and form. With her heavy monologue-like scripts lacking plot and psychology, her experimental approach to language and her self-invented genres she is going her own way thus simultaneously changing the whole theatre scene in German speaking countries. This means a challenge for experts and the audience and gives rise to new scientific questions.

In theaterwissenschaftlichen Kreisen ist es bereits ein Gemeinplatz, dass Elfriede Jelinek, die oftmals als Mutter des postdramatischen Theaters apostrophiert wird, sowohl inhaltlich als auch formal bewusst gegen die herkömmliche Dramatik arbeitet. Spätestens seit dem Essay Ich möchte seicht sein aus dem Jahre 1983 sucht sie mit ihren wuchtigen, monologartigen Texten ohne Handlung und Psychologie, mit ihrem experimentellen Umgang mit der Sprache, mit ihrer selbst konstruierten Gattung, dem Sekundärdrama, eigene Wege, die von den Regisseuren als sogenannten Koautoren oder Neuinterpreten mit weiteren Bedeutungsebenen ergänzt szenisch umgesetzt werden. Mit ihren weitgefächerten Innovationen verändert sie eindeutig die gängige Theaterpraxis und setzt eine markante Zäsur in der Bühnendichtkunst, wobei manche Zeitgenossen bereits über eine Dramatik "diesseits und jenseits von Jelinek" diskutieren. Das stellt Fachleute und Publikum vor neue Herausforderungen und die Wissenschaft wiederum vor neue Fragestellungen.

1   Das Theater Elfriede Jelineks

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