Show Less
Restricted access

Geschichte und Gesellschaft des modernen China

Kritik – Empirie – Theorie / Festschrift für Mechthild Leutner

Edited By Katja Levy

Welche Themen und Fragestellungen bewegen internationale Chinaforscherinnen und -forscher heute? Mit welchen Methoden und in welchem disziplinären Umfeld arbeiten sie? Dieser Sammelband enthält aktuelle Beiträge zur Chinaforschung in Europa, China und den USA. Renommierte Vertreterinnen und Vertreter des Faches stellen ihre Forschungsergebnisse auf den Gebieten Sinologie (inklusive Geschichte des Faches und chinesische Sprache), Gender, China und die Welt sowie Politik, Recht und Gesellschaft vor. Es zeigt sich, dass die aktuelle Forschung über China ein interdisziplinäres Fach geworden ist und Erkenntnisse zu den großen Fragen bereithält, die weit über die Grenzen des Reichs der Mitte hinausgehen.
Show Summary Details
Restricted access

Paul U. Unschuld - Die zwei Ebenen der antiken chinesischen Medizin – Heilkunde und Gesellschaftspolitik

Extract

| 419 →

Paul U. Unschuld

Die zwei Ebenen der antiken chinesischen Medizin – Heilkunde und Gesellschaftspolitik

Abstract: By analysing the Ling Shu, this paper draws attention to the embeddedness of the origins of Chinese medicine in the social-political situation of Han-times China. The medical message conveyed by this text appears to have been designed to transmit a political message – largely ignored by Sinology.

Einführung

Nachrichten von einer eigenartigen ostasiatischen Heilkunst sind seit dem ausgehenden 16. Jahrhundert nach Europa gelangt.1 Portugiesische Missionare beobachteten in Japan, wie Ärzte ihre Patienten mit Nadeln therapierten, und sandten Berichte dazu an ihre Ordensoberen in Lissabon. Ein Jahrhundert später trafen Ärzte in Diensten der verschiedenen Handelsgesellschaften, die sich in Batavia und dann auch in Macao niederließen, auf weitere therapeutische Verfahren, die offenbar auf chinesische Ursprünge zurückzuführen waren, und fühlten sich angeregt, erste Texte aus dem Chinesischen zunächst in die lateinische Sprache und dann auch in lebende europäische Nationalsprachen zu übersetzen. Im ausgehenden 18. und frühen 19. Jahrhundert war die Akupunktur schließlich so weit bekannt in Europa, wurde in Experimenten erprobt und mit Theorien, die ihre Wirkung erklären sollten, unterfüttert, dass schließlich ein deutscher Autor, Johann Nepomuk Rust (1775–1840), sich im Jahre 1830 in seinem Handbuch der Chirurgie bemüßigt fühlte, von einer wahren „Akupunkturmanie“ zu sprechen.2

Dieses lang anhaltende Interesse wird verständlich, da beginnend mit der Renaissance über lange...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.