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Albrecht Fabri – Frühe Schriften

Essays und Rezensionen aus der Zeit des Dritten Reichs

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Edited By Jürgen Egyptien

Albrecht Fabri (1911–1998) zählt zu den brillantesten Essayisten der Nachkriegszeit. Mit seinem radikalen Ästhetizismus provozierte er alle, die in Kunst oder Literatur ein Medium zur Unterhaltung oder zum gesellschaftlichen Engagement erblickten. Fast unbekannt sind bis heute seine frühen Essays und Rezensionen, die zwischen 1933 und 1940 im Dritten Reich erschienen. Sie zeigen neue Facetten seines Schreibens und lassen auf spannende Weise verfolgen, wie sich Fabris individueller Stil und wesentliche Motive seines ästhetischen Denkens herausbildeten. Eine Personalbibliographie sowie eine umfassende Einführung in Leben und Werk des Essayisten umrahmen die Textedition.
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Zu den Briefen Leopold Mozarts

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Auch der Ruhm, der sich an einen Namen heftet, unterliegt der Paradoxie des Gesetzes, dass dem Armen genommen, dem Reichen hingegen noch gegeben werde. Ein Element der Tödlichkeit enthaltend für alle diejenigen, welche diesen Namen teilen, scheint er vom Raub zu leben: von einer eigensinnig bis ins letzte betriebenen Plünderung, die sie jeglichen Glanzes entblößt, um den derart gewonnenen doppelt verschwenderisch dem Einen mitzuteilen. So, was die Söhne Bachs angeht; so wo es sich um Joseph Haydens Bruder Michael handelt; und so auch im vorliegenden: im Falle von Mozarts Vater. Kaum hört man ihn nennen, hört man irgendwen Leopold Mozart sagen, empfindet man das Ungewohnte, Enttäuschende dieser Verbindung und möchte ihr widersprechen, ganz als gelte es, einen Irrtum abzuwehren. Nicht also mit allzugroßer Bereitwilligkeit geschieht es, dass man das vor ungefähr einem Jahr erschienene Buch zur Hand nimmt, in dem die zum größten Teil noch unveröffentlichten Briefe Leopold Mozarts an seine Tochter32 bekannt gemacht werden. Es geschieht sogar mit einem nicht undeutlichen Widerstreben; was vermöchten uns diese Briefe zu berichten? Man erwartet von ihnen allenfalls die Kulisse, den Größeren erscheinen zu sehen; aber es ist auch Furcht in dieser Erwartung – Furcht gleichsam, dass sich eine schon längst vor den Hintergrund der Legende entrückte Gestalt ins plötzlich wieder Familiäre verstrickt fände. Doch dann liest man, liest und beginnt sich Rechenschaft zu geben. Woher dieser seltsame Unwille, wenn man den...

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