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Studien zur österreichischen Literatur: Von Nestroy bis Ransmayr

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Gabriella Rovagnati

Der Band bietet Studien zu repräsentativen Autoren aus 150 Jahren österreichischer Literaturgeschichte. Er beginnt mit Beiträgen zu Theaterstücken des 1801 in Wien geborenen Dramatikers Johann Nestroy und behandelt u.a. spezifische Probleme der Übertragung der Volksstücke des Österreichers ins Italienische. Enthalten sind auch Studien zu Hugo von Hofmannsthal, Rainer Maria Rilke, Stefan Zweig, Franz Werfel, Elias Canetti, Thomas Bernhard, Franz Innerhofer bis hin zu den frühen Prosawerken Christoph Ransmayrs. Alle Aufsätze sind komparatistisch angelegt und thematisieren unter anderem die Rezeption der behandelten Schriftsteller in Italien. Der Band erörtert darüber hinaus Fragen der Theatergeschichte und enthält unveröffentlichtes Quellenmaterial.
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Es fing mit Tizian an: Ervino Pocars Begegnung mit dem Werk Hugo von Hofmannsthals. Mit unveröffentlichten Quellen

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Chi traduce poesia deve rendersi conto che l’originale consta non solo di parole, ma anche di un fascino magico che di quelle parole fa precisamente una poesia.

(Ervino Pocar)1

Der Literaturhistoriker und Studienrat Helmut Wocke (1890–1966)2 wandte sich am 9. September 1950 mit einem handschriftlichen Brief3 an den Germanisten Ervino Pocar (1892–1981),4 um ihm zu seiner Übersetzung der Erinnerungen an Hof ← 81 | 82 → mannsthal von Carl J. Burckhardt zu gratulieren, die 1948 als Ricordi di Hofmannsthal5 in Mailand bei Cederna erschienen waren. In seinem Brief preist Wocke Pocars Arbeit als „ausgezeichnet“ und bittet ihn bei der Gelegenheit – da er großes Interesse sowohl für den österreichischen Dichter wie auch für Italien und dessen kulturelles Leben hegte – um ein Exemplar seiner Übersetzung von Hofmannsthals Kleine Dramen, die schon 1922 gedruckt worden war.6 Sieht man von zwei Opernlibretti ab,7 war dieser kleine Band die erste Übersetzung eines Werks von Hofmannsthal ins Italienische, und sie blieb bis zum Tod des Dichters auch die einzige.

Am 18. September 1950 sandte Pocar an Wocke den erwünschten Band mit der „dringenden“ Bitte, „das Buch nach Gebrauch zurückzusenden, weil es längst vergriffen [sei] und dieses das einzige Exemplar [sei], das [ihm] noch bleib[e]“.8 Nachdem er sich für die Sendung bedankt hatte, lobte Wocke in seinem folgenden Brief9 die Leistung Pocars, fand jedoch an einigen Lösungen des Übersetzers etwas auszusetzen, fügte aber am Ende...

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