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Studien zur österreichischen Literatur: Von Nestroy bis Ransmayr

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Gabriella Rovagnati

Der Band bietet Studien zu repräsentativen Autoren aus 150 Jahren österreichischer Literaturgeschichte. Er beginnt mit Beiträgen zu Theaterstücken des 1801 in Wien geborenen Dramatikers Johann Nestroy und behandelt u.a. spezifische Probleme der Übertragung der Volksstücke des Österreichers ins Italienische. Enthalten sind auch Studien zu Hugo von Hofmannsthal, Rainer Maria Rilke, Stefan Zweig, Franz Werfel, Elias Canetti, Thomas Bernhard, Franz Innerhofer bis hin zu den frühen Prosawerken Christoph Ransmayrs. Alle Aufsätze sind komparatistisch angelegt und thematisieren unter anderem die Rezeption der behandelten Schriftsteller in Italien. Der Band erörtert darüber hinaus Fragen der Theatergeschichte und enthält unveröffentlichtes Quellenmaterial.
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Mutterschaft als Erpressung und Selbstverleumdung: Stefan Zweigs Das Haus am Meer

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Am 14. Dezember 1910 schrieb Stefan Zweig an seinen Freund Paul Zech:

[…] ich kann Ihnen leider erst heute antworten, weil ich in den letzten Wochen unter Anspannung aller Energie ein neues Stück unter Dach gebracht habe. Ich weiß noch nicht, wie es geworden ist: jedenfalls liegts auf einer anderen Linie wie der Thersites [!], es ist deutsch, bedeutend wortknapper, brutaler und weniger ‚schön‘. Bei den Hoftheatern habe ich wohl wenig Chancen damit, eher hoffe ich auf die deutschen Städte.1

Drei Tage später bestätigte er Emile Verhaeren2 mit einer gewissen Erleichterung, er habe das Werk abgeschlossen, und noch einmal betonte er seine Unsicherheit, ob das Drama gelungen sei oder nicht, da eigentlich erst das Theater über Wert oder Unwert eines Stückes entscheide.

Das schwankende Urteil über die Qualität seiner eigenen dramatischen Produktion war nichts Neues. Schon während der Niederschrift seiner ersten Tragödie Tersites fragte sich Zweig voller Zweifel: „Ob es gut ist? Einen Tag reißt es mich selber hin und den anderen sehe ich nur Kitt und Kleister“3.

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