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Studien zur österreichischen Literatur: Von Nestroy bis Ransmayr

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Gabriella Rovagnati

Der Band bietet Studien zu repräsentativen Autoren aus 150 Jahren österreichischer Literaturgeschichte. Er beginnt mit Beiträgen zu Theaterstücken des 1801 in Wien geborenen Dramatikers Johann Nestroy und behandelt u.a. spezifische Probleme der Übertragung der Volksstücke des Österreichers ins Italienische. Enthalten sind auch Studien zu Hugo von Hofmannsthal, Rainer Maria Rilke, Stefan Zweig, Franz Werfel, Elias Canetti, Thomas Bernhard, Franz Innerhofer bis hin zu den frühen Prosawerken Christoph Ransmayrs. Alle Aufsätze sind komparatistisch angelegt und thematisieren unter anderem die Rezeption der behandelten Schriftsteller in Italien. Der Band erörtert darüber hinaus Fragen der Theatergeschichte und enthält unveröffentlichtes Quellenmaterial.
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Gruppenbilder mit Damen: von den Troerinnen des Euripides zum ‚euripideischen‘ Trauerhaus

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O Frauen, liebe Fraun, jetzt ist es da.

Der Traum der Angst, nun ist er Wahrheit worden.

(Franz Werfel: Die Troerinnen)

Die Protagonisten nahezu sämtlicher Werke Franz Werfels sind – wie sollte es auch anders sein bei einem Autor, dessen Interesse auf diffizile Seelenproblematik gerichtet ist? – scharf konturierte Individuen. Man denke nur etwa an Fritz Adler in dem Buch Abituriententag, an Karl Duschek in der Novelle Nicht der Mörder, der Ermordete ist schuldig oder an den Sektionschef Leonidas in der Erzählung Eine blaßblaue Frauenschrift; und auch noch der Roman des leidenden armenischen Volkes Die vierzig Tage des Musa Dagh gewinnt Konsistenz und Perspektive erst durch die sinnstiftende Hauptfigur des fiktiven Exilarmeniers Gabriel Bagradian, die Werfel allerdings erst spät bei fortgeschrittener Arbeit in den Plan des Werks eingefügt hat; wohl auf Anregung von Alma Mahler, die für sich jedenfalls in Anspruch nimmt, ihn als „wagnerischen Heldentyp des Siegfried“1 dem Autor nachgerade aufgedrängt zu haben.

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