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Die Ukraine – Grenzland oder Brücke?

Reflexionen zum aktuellen Konflikt

Reinhard Hildebrandt

Dieses Buch behandelt die Stellung der Ukraine im Konflikt um Aufrechterhaltung guter wirtschaftlicher und politischer Beziehungen der Ukraine zu Russland einerseits und ihrem Wunsch nach Zugehörigkeit zur Europäischen Union andererseits. In dieser Sache prallen die Strategie zur Erweiterung der EU und das Sicherheitsbedürfnis Russlands aufeinander. Diese rivalisierenden Mächte zerreißen die in ihren Sympathien gespaltene ukrainische Bevölkerung. Als traditionelles Grenzland wäre für die Ukraine die Brückenfunktion zwischen Russland und der EU jedoch angemessen. Es droht schließlich der Verlust der Unabhängigkeit, wenn der Konflikt auf absehbare Zeit zu keinem friedlichen Ende führt. Der Autor folgert, dass dessen Fortdauer auch das Verhältnis zwischen Europäischer Union und Russland entfremdet und ein Wiederaufleben des Ost-West-Konflikts nicht mehr ausgeschlossen ist.
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X. Rückkehr zum Konzept der Ukraine als Brücke zwischen der Europäischen Union und Russland?

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X.  Rückkehr zum Konzept der Ukraine als Brücke zwischen der Europäischen Union und Russland?

1.  Eskalation der Auseinandersetzung um die Separation der Ostukraine und die Zurückführung der Krim zur Ukraine mit militärischen Mitteln

1.1  Scheinbares Angebot an Russland

Nachdem im November 2014 der ukrainische Präsident Petro Poroschenko die Bereitschaft des Landes zum „totalen Krieg“ mit weiteren ‚drei Wellen für Mobilmachungen‘ im Januar, April und Juni 2015 konkretisierte, parallel dazu ab Januar 2015 in den USA Waffen auf Kreditbasis beschaffte und der US-Experte für internationale Sicherheit, Joseph La Gasse, die internationale Gemeinschaft dazu aufforderte, Russland im Inneren zu destabilisieren, reagierten europäische Regierungen aufgeschreckt. Ihnen wurde bewusst, dass ostukrainische Aufständische und ihre Hintermänner auf diese Ankündigungen der Kiewer Regierung ebenfalls mit militärischer Aufrüstung antworten würden, und dass ein Krieg mit Russland ins Haus stand, wenn Kiew die Rückeroberung der Halbinsel Krim beabsichtigte und in die Realität umzusetzen versuchte. Die Aufständischen würden außerdem ihr Herrschaftsgebiet in der Ostukraine absichern.

Die düstere Aussicht auf einen näher rückenden heißen Krieg in Europa, der auf unabsehbare Zeit die Spaltung zwischen der EU und Russland zementieren und die kontinentalen Mitglieder der EU schwächen und an die Seite der USA zwingen würde, veranlasste sie zu dem Vorschlag, Russland eine Zusammenarbeit von europäischer und eurasischer Union in der Form einer Freihandelszone von Lissabon...

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