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Beratung in der Weiterbildung als institutionelle Interaktion

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Tim Stanik

Die Studie bezieht Institutionen als pädagogische Organisationsformen und Beratungen als interaktive Prozesse systematisch aufeinander. Mit dem Ziel, die latenten Einflüsse der institutionellen Anbieter und die ihrer Träger auf Beratungen in der Weiterbildung zu rekonstruieren, werden Beratungen einer Volkshochschule und einer kommunalen Weiterbildungsberatungsstelle interaktionsanalytisch und ethnografisch untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass Weiterbildungsberatungen nicht nur eine inner- und außerinstitutionelle Lotsenfunktion übernehmen und von institutionellen Interessen geleitet werden, sondern auch maßgeblich vom institutionellen (Nicht-)Wissen und den Routinen der Beratenden abhängig sind.
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11.2.2 Interaktionsanalyse der Weiterbildungsberatung B (WB B)

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Während die erste Frage, „wo stehn wir denn jetzt“ (Z. 1042 f.), die Darlegung eines Zwischenstands einfordert, leitet die zweite Frage, „wie verbleiben wir“ (Z. 1043), das Gesprächsende ein. Da R nicht antwortet, setzt B erneut dazu an, um eine abschließende Bewertung der Beratung einzufordern (vgl. Z. 1043 f.).

Er wird von R unterbrochen, die angibt, sich zunächst mit der ausgedruckten Liste beschäftigen zu wollen (vgl. Z. 1045). Das Verb „durcharbeiten“ (Z. 1045) lässt vermuten, dass sie sich intensiv mit dem Ausdruck beschäftigen will und ihr dies möglicherweise nicht leicht fallen wird. Mit der ausgedruckten Liste scheint B eine weitere Internetrecherche von R unterbunden zu haben, da sie sich nur auf die Angebote dieser Weiterbildungseinrichtung beschränken will. Nachdem B diesem Vorhaben zugestimmt hat, gibt R an, Telefonate zu führen (vgl. Z. 1047). Ob sie die Weiterbildungseinrichtung oder ihre Fallmanagerin kontaktieren will, sagt sie nicht. B bestätigt auch dies – jedoch zurückhaltender – mit: „okay“ (Z. 1048). Der nächste Schritt bleibt vage, da R ihr weiteres Vorgehen von diesen Telefonaten abhängig macht (vgl. Z. 1049 ff.). Sie will offensichtlich zunächst bei der Weiterbildungseinrichtung anrufen, da sie von „vorbeikommen“ (Z. 1053) und von einem „Zwischeneinstieg“ (Z. 1053) spricht. R scheint die Hoffnung noch nicht aufgegeben zu haben, zeitnah eine Umschulung bei dieser Weiterbildungseinrichtung zu absolvieren. Während die Zustimmungen von B zuvor eher zurückhaltend waren, lässt sich die Reaktion „genau“ (Z. 1055) mit ‚exakt, so...

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