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Beratung in der Weiterbildung als institutionelle Interaktion

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Tim Stanik

Die Studie bezieht Institutionen als pädagogische Organisationsformen und Beratungen als interaktive Prozesse systematisch aufeinander. Mit dem Ziel, die latenten Einflüsse der institutionellen Anbieter und die ihrer Träger auf Beratungen in der Weiterbildung zu rekonstruieren, werden Beratungen einer Volkshochschule und einer kommunalen Weiterbildungsberatungsstelle interaktionsanalytisch und ethnografisch untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass Weiterbildungsberatungen nicht nur eine inner- und außerinstitutionelle Lotsenfunktion übernehmen und von institutionellen Interessen geleitet werden, sondern auch maßgeblich vom institutionellen (Nicht-)Wissen und den Routinen der Beratenden abhängig sind.
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11.2.3 Vergleich der Selbstdarstellung mit den Interaktionsanalysen

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11.2.3Vergleich der Selbstdarstellung mit den Interaktionsanalysen

Die Ratsuchende der WB A und der Ratsuchende der WB B repräsentieren als Arbeitslose eine der im Flyer genannten Adressatengruppen, denen die dort unterstellte Notwendigkeit einer Weiterbildung bereits bewusst ist. Beide wollen einen neuen Beruf ergreifen und wissen, dass sie dafür eine Weiterbildungsmaßnahme besuchen müssen, um eine entsprechende Qualifikation zu erwerben. Von dem im Flyer erwähnten Problem der unübersichtlichen Strukturen im Weiterbildungssektor, sind ebenfalls beide betroffen. Während die Ratsuchende in der WB A Informationen benötigt, von welchen Weiterbildungseinrichtungen Weiterbildungsmaßnahmen angeboten werden, ist der Ratsuchende der WB B – zumindest vordergründig – mit Fragen bezüglich der Zugangsvoraussetzungen und der Förderbedingungen für eine angestrebte Umschulung zum Erzieher konfrontiert.

Die in der Selbstdarstellung vorgenommene Eingrenzung der Beratungsgegenstände (Weiterbildungsangebot, Arbeitsmarkt, Bildungssystem, Finanzierungsmöglichkeiten) entspricht somit den Beratungsanliegen der Ratsuchenden. Die ← 342 | 343 → angegebene Expertise des Beraters wird in beiden Beratungen benötigt, wobei deutlich wird, dass er lediglich über allgemeines Weiterbildungswissen verfügt. Diese eher rudimentären Kenntnisse werden im Flyer durch die umgangssprachliche Formulierung „weiß Bescheid über“ bereits angedeutet.

Gemäß der Selbstdarstellung werden die Ratsuchenden bei der Lösung ihrer Probleme unterstützt, indem ihnen Wissen über das Weiterbildungssystem und über Recherchemöglichkeiten vermittelt wird, wobei Berufs- und Weiterbildungsentscheidungen selbst getroffen und umgesetzt werden müssen. Um spezifische Fragen der Ratsuchenden beantworten zu können, muss der Berater entweder während oder nach den Beratungen die benötigten Informationen...

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