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Die zivilrechtliche Haftung für Schiedsrichterentscheidungen im deutschen Profifußball und die Pflicht zur Einführung technischer Hilfsmittel

Patrick Redell

Dieses Buch stellt umfassend die zivilrechtlichen Haftungsverhältnisse für Schiedsrichterentscheidungen im deutschen Profifußball dar. Der Autor begutachtet die Haftung der Schiedsrichter, des DFB und des Ligaverbandes für Spielmanipulationen, falsche Tatsachenentscheidungen und Regelverstöße des Schiedsrichters während eines Fußballpflichtspiels. Er beantwortet die Frage, ob Bundesligavereine und deren Lizenzspieler möglicherweise einen Anspruch auf den Einsatz technischer Hilfsmittel im Fußball haben. Dabei wird deutlich, dass das moderne Fußballgeschäft juristisch unterschätzt wird. Trotz Geltung und Anwendung der Vereinsautonomie darf nicht vergessen werden, dass der Sport keinen rechtsfreien Raum darstellt, sondern der Beachtung zwingender gesetzlicher Normen bedarf.
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Erstes Kapitel – Rechtliche Beziehungen zwischen den Beteiligten

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Erstes Kapitel – Rechtliche Beziehungen zwischen den Beteiligten

Im ersten Kapitel werden die rechtlichen Beziehungen zwischen den einzelnen Beteiligten dargestellt. Hierzu zählen der internationale Fußball-Dachverband FIFA (A.), der europäische Fußball-Dachverband UEFA (B.), der deutsche Fußball-Dachverband DFB (C.), der deutsche Ligaverband (D.), die deutschen Bundesligavereine (E.), die deutschen Lizenzspieler (F.) sowie die in den deutschen Profiligen aktiven Schiedsrichter (G.).

A.  Die FIFA (Fédération Internationale de Football Association)

I.  Organisation

Die Fédération Internationale de Football Association (FIFA) ist ein im Handelsregister eingetragener Idealverein schweizerischen Rechts, auf den Art. 60 f. des schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB) Anwendung finden.22 Ein Idealverein ist ein nicht wirtschaftlicher Verein, der in der Regel keine Leistungen gegen Entgelt am Markt erbringt.23 Aufgrund des nicht wirtschaftlichen Hauptzweckes rechtfertigt sich bei Idealvereinen das weitgehende Fehlen von Schutzvorschriften zu Gunsten des Rechtsverkehrs.24 Wer hingegen wirtschaftliche Zwecke verfolgt, hat sich einer Rechtsform des Gesellschaftsrechts zu bedienen.25 Im schweizerischen Recht spricht dies Art. 59 Abs. 2 des schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB) ausdrücklich aus. In Deutschland folgt dies direkt aus §§ 21, 22 des deutschen Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB). Obwohl die FIFA Gewinne erzielt, wurde sie bisher stets als ein nichtwirtschaftlicher Verein angesehen.26 Denn Gewinne bleiben dann unbeachtlich, wenn sie ← 5 | 6 → sich noch im Rahmen eines Nebenzwecks zum ideellen Hauptziel bewegen.27 Seitens der FIFA werden jene Gewinne in Wettbewerbe und die Entwicklung investiert und nicht, wie bspw. in einer AG, ausgeschüttet.28

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