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Die zivilrechtliche Haftung für Schiedsrichterentscheidungen im deutschen Profifußball und die Pflicht zur Einführung technischer Hilfsmittel

Patrick Redell

Dieses Buch stellt umfassend die zivilrechtlichen Haftungsverhältnisse für Schiedsrichterentscheidungen im deutschen Profifußball dar. Der Autor begutachtet die Haftung der Schiedsrichter, des DFB und des Ligaverbandes für Spielmanipulationen, falsche Tatsachenentscheidungen und Regelverstöße des Schiedsrichters während eines Fußballpflichtspiels. Er beantwortet die Frage, ob Bundesligavereine und deren Lizenzspieler möglicherweise einen Anspruch auf den Einsatz technischer Hilfsmittel im Fußball haben. Dabei wird deutlich, dass das moderne Fußballgeschäft juristisch unterschätzt wird. Trotz Geltung und Anwendung der Vereinsautonomie darf nicht vergessen werden, dass der Sport keinen rechtsfreien Raum darstellt, sondern der Beachtung zwingender gesetzlicher Normen bedarf.
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Einführung

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Die Geschehnisse bei der Europameisterschaft 20121, in der Champions League Saison 2012/20132, in der Hinrunde der Bundesligasaison 2013/20143 sowie im DFB-Pokal-Finale 20144 haben wieder eine heftige Diskussion entfacht: Sind eklatante offensichtliche Schiedsrichterfehlentscheidungen noch hinzunehmen? Gelten sie weiterhin nur als unanfechtbare Tatsachenentscheidungen oder können Vereine und ggf. Spieler diesbezüglich sogar Schadensersatz verlangen? ← 1 | 2 →

Zu den Gründungszeiten des Fußballs ging es nicht mehr als um die Ehre. Tore und Fouls wurden seinerseits noch zugegeben. Dies änderte sich allerdings spätestens im WM-Finale 1966 mit dem legendären Wembley-Tor.5

Nun, fast ein halbes Jahrhundert später, ist der Fußball nicht nur eine Sportart, die von vielen Menschen auf der Welt begeistert verfolgt wird, sondern vielmehr ein eigener Wirtschaftszweig. Dies zeigen vor allem die immensen Summen, welche Vereine für Spieler6, die Verbände an Vereine für Preisgelder7 und die Fernsehanstalten an den Ligaverband für Fernsehgelder8 bezahlen. Fußballvereine sind Wirtschaftsunternehmen geworden, deren Spielbetriebe Profifußball zum Teil als GmbH9, GmbH & Co KgaA10 oder gar AG11 rechtlich ausgestaltet sind. Umso mehr ← 2 | 3 → verwundert es aber, dass diese mächtigen Unternehmen von den Entscheidungen einzelner Personen abhängig sind: den Schiedsrichtern.

Dass Schiedsrichter auch Fehler machen, ist menschlich. Da es für Vereine jedoch existenzbedrohend sein kann, wenn z. B. ein Ball, welcher offensichtlich hinter der Torlinie war, nicht als Tor gewertet wird oder Schiedsrichter Spiele bewusst manipulieren12, stellt sich die Frage einer möglichen zivilrechtlichen Haftung...

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