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Minderheiten im sozialistischen Jugoslawien

Brüderlichkeit und Eigenheit

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Edited By Kateřina Králová, Jiří Kocian and Kamil Pikal

Dieses Buch bietet einen umfassenden Einblick in die Politik des jugoslawischen Staates gegenüber seinen 15 wichtigsten, offiziell anerkannten, ethnischen Minderheiten. Das bunte ethnische Mosaik, welches Jugoslawien im 20. Jahrhundert gekennzeichnet hat, weckte seit jeher das Interesse der Geistes- und Sozialwissenschaft. Mit ihm ging stets die Frage einher, ob und wie ein Staat mit derartigen Voraussetzungen funktionierend und effektiv gestaltet werden könne. Die Autorinnen und Autoren werfen in ihren Fallstudien dabei eine Reihe von Themenfeldern auf, welche die Relevanz der behandelten Minderheitensituation nicht nur für das Verständnis der Geschichte des sozialistischen Jugoslawien, sondern auch von multiethnischen Staaten insgesamt verdeutlichen.
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Tschechen und Slowaken

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Zu den zahlreichen Minderheiten auf dem Gebiet des ehemaligen Jugoslawiens gehören auch jene tschechischer und slowakischer Herkunft. Der Beginn ihrer Ansiedlung auf dem westlichen Balkan reicht relativ weit in die Vergangenheit zurück. Schon ab dem 16. Jahrhundert kam es zu Migrationsprozessen zwischen den Ländern der Böhmischen Krone und dem Territorium der heutigen Slowakei auf der einen, sowie den südslawischen Regionen auf der anderen Seite. Damals verließ ein bedeutender Teil der Bevölkerung Südosteuropas seine Heimat und ließ sich unter anderem auf dem Gebiet der heutigen Westslowakei und Südmährens nieder. Gründe für den Wegzug waren schlechte wirtschaftliche Bedingungen und die Angst vor der osmanischen Herrschaft. Im Jahr 1683 wurden die Osmanen jedoch bei Wien geschlagen und begannen sich nach und nach aus Zentraleuropa zurückzuziehen. Die österreichische Monarchie nutzte das aus und dehnte ihr Gebiet auf Kosten des Osmanischen Reiches aus. Die Nord-Süd-Migration unterlag durch die nun folgende Ansiedlungspolitik gewissermaßen einem Richtungswandel, und so gelangten auch zusehends Tschechen und Slowaken auf den Balkan. Ursprünglich wurden sie als zwei unterschiedliche Bevölkerungsgruppen wahrgenommen, aber durch die Entstehung der Tschechoslowakei begann sich in der Zwischenkriegszeit ihr Schicksal in hohem Grade miteinander zu verflechten.

Zuwanderung von Tschechen und Slowaken auf den Balkan

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