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Erwerb von Personen- und Kapitalgesellschaftsanteilen durch Minderjährige

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Moritz Merkenich

Das Buch zeigt die rechtlichen Hürden bei einem Anteilserwerb durch Minderjährige auf. Gesellschaftsanteile werden von Minderjährigen aus unterschiedlichen Gründen erworben. Teilweise besteht ihr Wunsch darin, frühzeitig unternehmerisch tätig zu sein. Häufig dient der Erwerb innerfamiliären steuerlichen Zwecken. Der Autor beleuchtet, ob es für einen wirksamen Erwerb der elterlichen Zustimmung, der Bestellung eines Ergänzungspflegers oder der familiengerichtlichen Genehmigung bedarf. Hierbei unterscheidet er nach der Art des Anteilserwerbs sowie zwischen verschiedenen Rechtsformen einer Personen- und Kapitalgesellschaft. Außerdem untersucht er die Gestaltungsrechte des Minderjährigen nach einem Anteilserwerb, insbesondere die Haftungsbeschränkung und die Kündigung eines Mitgliedschaftsrechts.
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Erster Teil: Einleitung

← xxvi | 1 →Erster Teil: Einleitung

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Anlass, Ursache und Motive eines Anteilserwerbs durch Minderjährige können vielfältiger Natur sein1. Wohl nur in Einzelfällen dürfte der eigene Wille des Minderjährigen, schon frühzeitig selbst unternehmerisch tätig zu werden, im Vordergrund stehen. Häufig soll der Erwerb vorrangig innerfamiliären steuerlichen Zwecken dienen2. Grundlage derartiger Gestaltungen sind regelmäßig sowohl einkommen- als auch erbschaft- und schenkungsteuerliche Planungen. Mithilfe eines – durch den Fiskalgesetzgeber nicht vorgesehenen – „faktischen Familiensplittings“3 kann die auf Gewinne aus mitunternehmerischer oder kapitalmäßiger Beteiligung entfallende Einkommensteuer auf mehrere Personen verteilt werden. Durch Ausnutzen steuerlicher Freibeträge4 sowie durch Abmilderung des tariflichen Progressionssatzes ist es möglich, die Steuerlast der Familie insgesamt zu senken5. In erbschaft- und schenkungsteuerlicher Sicht können, innerhalb gesetzlicher Freibeträge, Vermögensteile steuerfrei auf andere Familienmitglieder übertragen werden6.

Darüber hinaus kann der Anteilserwerb eines Minderjährigen durchaus auch durch außersteuerliche Motive geprägt sein. Ein solcher Grund liegt insbesondere in der vorbeugenden Sicherung unternehmerischer Existenz. Zum einen kann ein Betriebsvermögen bereits auf die nächste, zur Unternehmensfortführung noch nicht qualifizierte Generation der Familie übergehen, während die Unternehmensleitung (zunächst) in familienfremde Hände gelegt wird. Zum anderen ← 1 | 2 →vermag eine frühzeitige Beteiligung das Interesse der Nachfolgegeneration für das Unternehmen zu wecken und Kinder zumindest kapitalmäßig zu binden7.

Ein Minderjähriger kann auf verschiedene Art und Weise Mitglied8 einer Gesellschaft werden. Er kann bereits an der Gründung beteiligt sein9. Seine Gesellschafterstellung kann...

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