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Zwischen Korallenriff und Stacheldraht

Interniert auf Rottnest Island, 1914–1915

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Alexandra Ludewig

Das Buch illustriert anhand zahlreicher Fotos das Leben im Internierungslager auf Rottnest Island (Australien). Dort wurden im Ersten Weltkrieg neben zivilen feindlichen Ausländern aus Deutschland und Österreich-Ungarn auch indigene Strafgefangene von australischen Soldaten und Wachen festgehalten. Dennoch kam es zu seltenen Momenten der Verbrüderung über nationale und ethnische Grenzen hinweg. Die Koexistenz von Männern unterschiedlichster Herkunft und Sozialisation, die oft nicht einmal eine gemeinsame Sprache hatten und doch mitten im Ersten Weltkrieg eine friedliche Gemeinschaft pflegten, mag im Rückblick auf die Geschichte als Inspiration dienen.
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6. Das Wachpersonal

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Die Mehrzahl der australischen Wachen hatte in vieler Hinsicht ein vergleichbares Los wie die Gefangenen. Ihre Situation basierte auf ähnlichen Konditionen hinsichtlich der Unterkunft in Zelten und anderen Massenunterkünften, in Bezug auf die Verpflegung, die Isolation von Familien und Freunden sowie das Leben in einer nahezu reinen Männergemeinschaft. Es gab insgesamt nur neun Frauen auf der Insel: eine ältere Witwe, die als Haushälterin und Wäscherin aushalf, die Ehefrau des Ladenbetreibers William Paterson und seine Tochter Peggy, die Frau des Gefängniswächters John James O’Donoghue, der mit seiner vielköpfigen Kinderschar auf der Insel lebte, darunter eine Tochter, sein Kollege Mr. Matthew Lisle Pym, dessen Frau Connie die Telefonanlage betreute, sowie die Frauen der drei Leuchtturmwärter (Herbert Smiths Frau Mary Ann und Harry Harringtons Ehefrau Rosie im Wadjemup Lighthouse sowie George William Waters’ Ehefrau Amy Elizabeth im Bathurst Lighthouse). Diese Familien und Ehepaare waren in vergleichsweise komfortablen Unterkünften untergebracht.

Abb. 48: Karl Lehmann, „Frau Paterson in der Kantine“, Rottnest 1915.302 Martin Trojans Album enthält das gleiche Foto mit dem Titel „Der Laden, der alles hatte“.

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