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Paarformeln in mittelalterlichen Stadtrechtstexten

Bedeutung und Funktion

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Frauke Thielert

Die Autorin untersucht den seit Jakob Grimm in der Forschung diskutierten Gegenstand der Paarformel anhand der spätmittelalterlich-frühneuzeitlichen Textsorte der Stadtrechtsbücher. Sie behandelt 20 Texte, die sich auf den gesamten deutschen Sprachraum verteilen und den Zeitraum vom 13.–15. Jahrhundert abdecken. Die Analyse ist nach sehr weit gefassten modernen Rechtsbegriffen wie «natürliche Person» oder «Körperverletzung» strukturiert, die jenseits ihrer historischen Andersartigkeit als Grundtatsachen des menschlichen Lebens gelten können. Ausgehend von der Annahme, dass Paarformeln als Mittel zur Erfassung rechtsrelevanter Begrifflichkeiten dienen, berücksichtigt die Autorin neben Verwendung und Bedeutung auch die Funktion von Paarformeln im jeweiligen Kontext.
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VII. Auswertung

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1. Natürliche Person

Das heutige Recht unterscheidet zwischen juristischer und natürlicher Person, dabei wird zunächst derjenige als Person bezeichnet, der Träger von Rechten und Pflichten sein kann. Als natürliche Person gilt der Mensch, und zwar von seiner Geburt an bis zu seinem Tod.784 Die natürliche Person besitzt Rechtsfähigkeit, kann also abgesehen davon, dass sie Träger von Pflichten und Rechten ist, auch Eigentümer einer Sache oder Schuldner einer Verpflichtung sein.785 Davon zu trennen ist die Handlungsfähigkeit, die mit Erlangung der Mündigkeit erreicht wird786 und als Fähigkeit beschrieben wird,

„durch eigenes Handeln Rechtswirkungen (Rechte, Pflichten) herbeizuführen. […] Sie hat auf einzelnen Rechtsgebieten unterschiedliche Voraussetzungen und ist dementsprechend aufzugliedern (z.B. Geschäftsfähigkeit, Ehefähigkeit, Testierfähigkeit, Deliktsfähigkeit). Bei Fehlen der H[andlungsfähigkeit] muss ein Vertreter oder Organ statt der handlungsunfähigen Person handeln oder die Handlung muss unterbleiben.“787

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