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Die Partizipation Minderjähriger im Verfahren der freiwilligen Gerichtsbarkeit

Eine Analyse der Beteiligung und der Verfahrensfähigkeit in Familien- und Erbrechtsverfahren

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Carmen Schauberger

Die Autorin untersucht die Frage, inwiefern die Reform des Verfahrens in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit dem Interesse des Kindes dient. Besonderes Augenmerk richtet sie auf die Verfahrensfähigkeit von Minderjährigen unter Anwendung der üblichen Methoden zur Gesetzesauslegung. Gleichzeitig zeigt sie auf, wie die Vertretung der Kindesinteressen im Fall einer Interessenkollision in der Person des gesetzlichen Vertreters optimal gewährleistet werden kann und welche Rechtsinstitute das deutsche Recht hierfür vorsieht. Eine an den Ergebnissen dieses Werkes orientierte rechtsvergleichende Betrachtung der parallelen Gesetzesentwicklung in Österreich und der Schweiz rundet das Werk ab.
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A. Einleitung

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Tempora mutantur et nos mutamur in illis.Die Zeiten ändern sich und wir verändern uns in ihnen.

Jede bedeutsame Änderung der gesellschaftlichen Anschauungen und Verhältnisse bringt zwangsläufig die Notwendigkeit der Anpassung des geltenden Rechts mit sich. Dies ist hinlänglich bekannt und wird insbesondere auf dem Gebiet des Familienrechts deutlich. Seit Langem ist ein tiefgreifender Wandel in Bezug auf die Einstellung der Gesellschaft zum Institut der Ehe festzustellen. Zwar wird vonseiten der katholischen Kirche auch heute noch die „Unauflöslichkeit der Ehe“ postuliert, angesichts der folgenden Fakten kann dieses Postulat zumindest in den modernen westlichen Gesellschaften jedoch mit Fug und Recht als überkommen bezeichnet werden.

Ausweislich der vom Statistischen Bundesamt 2010 veröffentlichten Scheidungsstatistik ist die Zahl der jährlichen Scheidungen von 1990 bis 2010 um knapp 21 % von im Jahr 1990 154.786 auf im Jahr 2010 187.027 Scheidungen gestiegen.1 Wirft man gleichzeitig einen Blick auf die Zahl der Eheschließungen, so ergibt sich das bemerkenswerte Verhältnis von 187.027 Ehescheidungen zu 382.047 Eheschließungen, also 48,95 %. Damit steht fest, dass fast jede zweite Ehe durch Scheidung aufgelöst wird.2 Dementsprechend hat sich auch die Zahl der betroffenen Kinder3 deutlich erhöht. Wurden 1990 noch 118.340 Scheidungskinder registriert, so waren es 2010 schon 145.146. Dies bedeutet einen Anstieg von fast 23 %.4

Angesichts dieser Zahlen ist es nicht verwunderlich, dass mit dem Gesetz über das Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit (FamFG) vom 17. Dezember...

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