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Gegenwartsprosa im Literaturunterricht

Eine diskursanalytische Studie zur literaturdidaktischen Auswahlpraxis in den 1950er und 1970er Jahren

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Julia Heuer

Das Buch verfolgt ein zweigeteiltes Forschungsinteresse. Zum einen soll anhand literaturdidaktischer Fachzeitschriften rekonstruiert werden, welche jeweils zeitgenössischen Werke aus dem Bereich der Gegenwartsprosa von Literaturdidaktikerinnen und -didaktikern zwischen 1948 und 1959 sowie zwischen 1965 und 1975 für den Deutschunterricht ausgewählt werden. Die zweite Frage zielt auf die Präzisierung der im ersten Schritt gewonnenen Befunde: Welche Legitimationsmuster werden seitens der Fachdidaktik zur Begründung der Auswahl gewählt? Die Antworten hierauf können sowohl die Resonanz auf die jeweils zeitgenössische Literatur quantitativ nachweisen als auch die den Empfehlungsdiskurs konstituierenden rhetorischen Strategien offenlegen.
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8. Zur Auswahlpraxis von Gegenwartsprosa für den Deutschunterricht nach der Jahrtausendwende – ein Ausblick

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Das Ziel dieses abschließenden Kapitels besteht darin, die Entwicklung der literaturdidaktischen Legitimationsrhetorik bezüglich der Auswahl von Gegenwartsprosa nach der Jahrtausendwende zu untersuchen.346 Welche Entwicklungen und Besonderheiten sind in diesem Bereich im Vergleich zu den 1950er, ’60er und ’70er Jahren auszumachen? Um diese Frage zu beantworten wurden insgesamt 46 Beiträge aus den verbreiteten literaturdidaktischen Zeitschriften Der Deutschunterricht (25 Aufsätze) und Praxis Deutsch (21 Aufsätze) aus den Jahren 2000 bis 2013 einer Toposanalyse unterzogen. Hierbei handelt es sich im Vergleich zu den beiden Zeitschriftenkorpora, die den Kapiteln fünf und sechs als Quellengrundlage gedient haben, um eine deutlich kleinere Stichprobe; zudem werden keine weiteren Quellen hinzugezogen. Es wird außerdem darauf verzichtet, auf die einzelnen empfohlenen Schriftsteller/innen und Werke einzugehen, da durch die Beschränkung auf nur zwei Publikationsorgane ohnehin kaum Doppelungen oder Mehrfachempfehlungen in der Werkauswahl auftreten. Die Auswertung erfolgt daher ausschließlich im Hinblick auf die seitens der Didaktiker/innen verwendeten Schlussmuster. Diese Vorgehensweise erscheint insofern angemessen, als dass die Studie an dieser Stelle ihre fachgeschichtliche Perspektive verlässt, um die neu gewonnenen Erkenntnisse mit der weiteren Genese des fraglichen Diskurses zu vergleichen und auf diese Weise den Blick auf selbigen zu schärfen. Auch das vorliegende Kapitel verfolgt ein primär deskriptives Interesse, indem es einen Ist-Zustand darstellen und erläutern möchte. Befördert durch den Wegfall der zeitlichen Distanz der Quellen und weil Diskursforschung immer auch Diskursteilnahme bedeutet, möchte dieser Ausblick jedoch auch kritisch sein. Er wird sich daher nicht in jedem...

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