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Internationaler Rechtsschutz gegen fehlerhafte Ratings

Eine Betrachtung des Internationalen Zivilverfahrens- und Privatrechts sowie der Rating-Verordnung

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Carolin Happ

Carolin Happ beschäftigt sich mit der Haftung von Ratingagenturen aus Sicht des IPR und IZVR. Sie klärt, welches Sachrecht überhaupt zur Anwendung kommt und befasst sich mit der maßgeblichen Frage, welches Gericht zur Entscheidung berufen ist. Die im Jahre 2013 geänderte Rating-VO, als unionsrechtliches Einheitsrecht, stellt einen neuen Haftungstatbestand zur Verfügung, dessen Anwendungsbereich und Voraussetzungen von der Autorin ebenfalls eingehend untersucht werden.
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A. Grundlagen

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Bevor auf die international zivilverfahrens- und privatrechtlichen Thematiken eingegangen werden kann, gilt es, die Grundlagen darzulegen. Zunächst wird daher der Ratingbegriff dargestellt, bevor die normative Bezugnahme auf Ratings Erläuterung findet. Sodann folgt eine Darstellung der Ratingagenturen; insbesondere, was sie ausmacht und welche wirtschaftliche Bedeutung sie haben. Schließlich wird auf die Historie des Ratingmarktes näher eingegangen, um darauf aufbauend die Geschichte fehlerhafter Ratings zu erläutern. Der Ablauf des Ratingverfahrens, als wesentlicher Baustein für die spätere rechtliche Würdigung, erfolgt ebenfalls in diesem Teil. Zum Zwecke eines besseren Gesamtverständnisses werden zudem exemplarisch vier Prozesse gegen Ratingagenturen skizziert. Der Grundlagenteil schließt mit einer Darstellung der jeweiligen haftungsbegründenden Rechtsverhältnisse, auf denen die in den nachfolgenden Teilen erfolgenden Untersuchungen maßgeblich aufbauen.

Der Begriff des Ratings, als einer der zentralen Begriffe dieser Arbeit, ist im folgenden Abschnitt darzulegen.

Ein Rating ist ein Bonitätsurteil in Bezug auf ein Unternehmen (Unternehmensrating), bestimmte Finanzinstrumente (Emissionsrating) oder den Emittenten derartiger Finanzinstrumente (Emittentenrating), das anhand eines festgelegten und definierten Einstufungsverfahrens für Ratingkategorien abgegeben wird.22 Ein Rating über die Bonität eines ganzen Staates wird als Länderrating bezeichnet.23

Abzugrenzen ist das Rating einer Ratingagentur als sogenanntes externes Rating von einem internen Rating.24 Letzteres wird durch eine kreditgebende Bank oder ein sonstiges Finanzinstitut im Rahmen einer Bonitätsüberprüfung eines potentiellen Darlehensnehmers erstellt und nur zum Zwecke der Kreditvergabe, ← 5 | 6 → mithin intern, verwendet.25 Ausschließlich das externe Rating bildet den...

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