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Die Typologisierbarkeit von Städtereformation und die Stadt Riga als Beispiel

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Martin Pabst

Wie definieren sich Städtereformationstypen? Der Autor stellt die «Typus-Angebote», die die Forschung bisher zur Unterteilung benannt hat, grundsätzlich in Frage und entwickelt eine eigene klassifikatorische Methode der Typologisierung. Er beleuchtet dabei umfassend die Faktoren, die dem reformatorischen Geschehen in einer Stadt ihre besondere Prägung geben konnten. Das Ergebnis ist ein Katalog von 89 Fragen zu Rahmenbedingungen, Ereignissen und Formen der Reformation in einer Stadt. Welche neuen Perspektiven und Erkenntnisse die neue Analysemethode bringen kann, zeigt die praktische Anwendung im zweiten Teil des Buchs. Am Beispiel Rigas zeichnet der Autor ein konkretes – und vergleichbares – Profil des reformatorischen Geschehens der Stadt.
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Mozart – Über allem Zauber Liebe (Dieter Borchmeyer)

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Dieter Borchmeyer

Mozart – Über allem Zauber Liebe1

Wenn jemand auf die Idee käme, mich zu fragen, was mich in Mozarts Opern am meisten bewege, dann verwiese ich auf einen Wesenszug, den ich bei ihm so ergreifend ausgeprägt finde wie bei keinem anderen Komponisten. Es ist seine Kunst, den Augenblick – der oft wahrhaft ein Augen-Blick ist –, den Blick als Initial der Liebe so zu vergegenwärtigen, dass die Zeit stillzustehen scheint, ja so erfüllt ist, dass man von ihrem Fortschreiten nichts mehr wissen mag. Das ist der Zustand reinen Glücks, den Pamina und Tamino nach der Feuer- und Wasserprobe singend preisen: „Ihr Götter! Welch ein Augenblick! / Gewähret ist uns Isis’ Glück!“2

Wie oft hat Mozart diesen glückhaft erfüllten – ewigen – Augenblick beschworen, für ihn, gewiss als Erster in der Musikgeschichte, den vollkommenen musikalischen Ausdruck gefunden! Und bezeichnenderweise sind es die Götter, die in ihm angerufen werden. Das bringt die „Zauberflöte“ in nächste Nähe zur Sesenheimer Lyrik Goethes, deren revolutionäre Bedeutung ebenfalls in der einzigartigen Beschwörung, Präsentierung des Liebesaugenblicks besteht: „Und Zärtlichkeit für mich – ihr Götter!“ – „Und doch, welch Glück, geliebt zu werden! / Und lieben, Götter, welch ein Glück!“3 Immer werden die Götter angerufen, wenn sich der Himmel des erfüllten Liebesaugenblicks öffnet. Liebe ist Transzendenz, Überschreitung der Grenzen des Menschlichen, Erfahrung des Göttlichen im...

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