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Die Typologisierbarkeit von Städtereformation und die Stadt Riga als Beispiel

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Martin Pabst

Wie definieren sich Städtereformationstypen? Der Autor stellt die «Typus-Angebote», die die Forschung bisher zur Unterteilung benannt hat, grundsätzlich in Frage und entwickelt eine eigene klassifikatorische Methode der Typologisierung. Er beleuchtet dabei umfassend die Faktoren, die dem reformatorischen Geschehen in einer Stadt ihre besondere Prägung geben konnten. Das Ergebnis ist ein Katalog von 89 Fragen zu Rahmenbedingungen, Ereignissen und Formen der Reformation in einer Stadt. Welche neuen Perspektiven und Erkenntnisse die neue Analysemethode bringen kann, zeigt die praktische Anwendung im zweiten Teil des Buchs. Am Beispiel Rigas zeichnet der Autor ein konkretes – und vergleichbares – Profil des reformatorischen Geschehens der Stadt.
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Don Juan zwischen Madrid und Prag (Gerhard Katschnig)

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Gerhard Katschnig

Don Juan zwischen Madrid und Prag1

Mit dem Namen Don Juan2 und seinen unzähligen Konnotationen ist eine „vielseitig deutbare und auch gedeutete Gestalt“3 maßgebend für die europäische Dichtung geworden. Sein Leben ist Legende und Krimi zugleich. Seine verführerische Wirkung hat sich nicht nur auf die Frauenwelt der Theaterbühnen bezogen, sondern auch zahllose Interpreten ergriffen. Durch die Jahrhunderte wurden die Motive seines Denkens und Handelns in verschiedenen Variationen erörtert. Kaum eine andere literarische Figur hat eine derartige Fülle an Interpretationen hervorgebracht.

Platt formuliert ist Don Juan eine geniale Erfindung des katholischen Klerus im Spanien des 17. Jahrhunderts. Während wir beinahe zeitgleich im protestantischen Norden mit dem Gelehrten, der die Geheimnisse der Himmelskörper hinterfragt, den anderen großen europäischen Mythos der Neuzeit entstehen sehen, repräsentiert Tirso de Molinas „El Burlador de Sevilla y combidado de piedra“ gegenüber Faust den erotischen Abenteurer inmitten der Brennweite von Inquisition und Gegenreformation. Der letzte große Freigeist einer feudalen Epoche entstammt der Fantasie des spanischen Mercedarier-Mönchs mit bürgerlichem Namen Gabriel Téllez. Molina skizzierte die Geschichte des Spötters der Moral und des Verführers aller Frauen, der mit seinem libertinen Verhalten und mit den zahllosen erotischen Animositäten die Gesellschaft brüskiert, Frevel und Sünde wider den (christlichen) Geist betreibt. Sein Don Juan repräsentiert den wenig geisthaften aber dafür zügellosen Triebtäter, „dessen Lebensweise...

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