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Die Typologisierbarkeit von Städtereformation und die Stadt Riga als Beispiel

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Martin Pabst

Wie definieren sich Städtereformationstypen? Der Autor stellt die «Typus-Angebote», die die Forschung bisher zur Unterteilung benannt hat, grundsätzlich in Frage und entwickelt eine eigene klassifikatorische Methode der Typologisierung. Er beleuchtet dabei umfassend die Faktoren, die dem reformatorischen Geschehen in einer Stadt ihre besondere Prägung geben konnten. Das Ergebnis ist ein Katalog von 89 Fragen zu Rahmenbedingungen, Ereignissen und Formen der Reformation in einer Stadt. Welche neuen Perspektiven und Erkenntnisse die neue Analysemethode bringen kann, zeigt die praktische Anwendung im zweiten Teil des Buchs. Am Beispiel Rigas zeichnet der Autor ein konkretes – und vergleichbares – Profil des reformatorischen Geschehens der Stadt.
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Sinnlichkeit – Unvernunft – Melancholie? Mutmaßungen über die „Nachtseite der Vernunft“ (Birgit Recki)

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Birgit Recki

Sinnlichkeit – Unvernunft – Melancholie? Mutmaßungen über die „Nachtseite der Vernunft“1

1. Exposition: Probleme mit der Vernunft?

Eine grundsätzliche Vergewisserung scheint angebracht: Die Vernunft – steht sie nun eigentlich in gutem oder schlechtem Ruf? Ohne Vernunft, soviel trauen wir uns vor jeder philosophischen Analyse zu sagen, gäbe es weder logische und sprachliche Regeln, auf die wir in unserem Interesse an Erkenntnis und Verständigung angewiesen sind, noch exakte Berechnungen, die für Bewässerungsanlagen, Tunnelbau und Transplantationen ebenso gebraucht werden wie für produktives Wirtschaften, noch moralische Grundsätze und politische Ideen, auf die wir im humanen Umgang miteinander und mit allen unseren pragmatischen Errungenschaften bauen. Ohne Vernunft kein gegenseitiges Verstehen, kein gesichertes Wissen, keine Regeln, keine Grundsätze, kein Gesetz, aber auch keine selbständige Abwägung möglicher Ausnahmen, kein Kompromiss, keine Diplomatie. Die größten Errungenschaften der menschlichen Kultur – methodisches Sprechen, Wissenschaft, Technik, Recht und Moral; Staatsgründungen, Friedensschlüsse, Prinzipien der gerechten Verteilung – erkennen wir ohne weiteres als Leistungen der Vernunft. Und doch zeigt sich bei vielen eine auffällige Berührungsscheu vor der Vernunft. Liegt es daran, dass mit einer so leistungsstarken Potenz für das Allgemeine noch lange nicht gut Kirschen essen ist? Fehlen uns im Blick auf all das, was wir der Vernunft verdanken, in letzter Instanz dann doch – die Kirschen? Ist uns mit anderen Worten das, was sich nicht aus Vernunft ableiten und vernünftig begründen lässt, das...

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