Show Less
Restricted access

Modifikationen semantischer Strukturen in Wortbildungsspielen

Series:

Joanna Janicka

Wortspiele entstehen unter anderem infolge kreativen Umgangs mit Wortbildungsregeln. In der Monographie schlägt die Autorin eine Definition und Klassifikation von Wortbildungsspielen vor dem Hintergrund von Wittgensteins Sprachspieltheorie vor. Sie untersucht, wie das Spiel mit den Wortbildungsregeln die semantische Struktur von Wörtern verändert. Die Untersuchungsmethode stützt sich auf die Erkenntnis, dass komplexe Lexeme als prädikative Strukturen aufgefasst werden können. Den Analysen liegt die Dependenzgrammatik zugrunde. Die Ergebnisse weisen nach, dass durch das Wortbildungsspiel in den Prädikationsstrukturen bewirkte Veränderungen bestimmte Regelhaftigkeiten erkennen lassen.
Show Summary Details
Restricted access

1. Sprachspiel vs. Wortspiel

Extract



Will man sich mit Wortbildungsspielen befassen, so muss zunächst die Tatsache berücksichtigt werden, dass Wortbildungsspiele als Untergruppe innerhalb der viel umfangreicheren Menge der Wortspiele zu betrachten sind. Für die Beschäftigung mit Wortbildungsspielen ist also die Klärung dessen, was ein Wortspiel ist, unerlässlich. Es muss aber zugleich auch darauf hingewiesen werden, dass auf diesem Gebiet mit einer großen Vielfalt von Bezeichnungen für denselben Sachverhalt zu rechnen ist: Neben dem Terminus ´Wortspiel´ kann man vom ´Sprachspiel´ lesen, sowie vom ´Wort-´ bzw. ´Sprachwitz´, ´Wort-´ bzw. ´Sprachscherz´, ´Wort-´ bzw. ´Sprachspielerei´, ´Wort-´ bzw. ´Sprachhumor´, ´Wortulk´, ´Kalauer´ u.a. (vgl. Detering 1983: 222), wobei sich die zwei ersteren Bezeichnungen der größten Beliebtheit erfreuen.

Für die Belange dieser Arbeit wird von den oben genannten Termini der des Wortspiels gewählt, aus Gründen, die weiter unten erläutert werden. Zuvor jedoch soll dem ‚Sprachspiel‘ die gebührende Aufmerksamkeit gewidmet werden, da dieser Terminus in der Auffassung, in der er in die Sprachphilosophie eingegangen ist, von Bedeutung für die Untersuchung von Wortspielen und Wortbildungsspielen ist. Ludwig Wittgensteins Gebrauchstheorie der Bedeutung und die Konzeption der Sprachspiele haben sich nämlich als prägend für die spätere Sprachwissenschaft erwiesen und können auch für die Untersuchung von Wortspielen und Wortbildungsspielen als Ausgangspunkt gelten – vorausgesetzt, dass eine klare begriffliche Differenzierung vorgenommen wird.

1.1 Das Sprachspiel bei Wittgenstein

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.