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Modifikationen semantischer Strukturen in Wortbildungsspielen

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Joanna Janicka

Wortspiele entstehen unter anderem infolge kreativen Umgangs mit Wortbildungsregeln. In der Monographie schlägt die Autorin eine Definition und Klassifikation von Wortbildungsspielen vor dem Hintergrund von Wittgensteins Sprachspieltheorie vor. Sie untersucht, wie das Spiel mit den Wortbildungsregeln die semantische Struktur von Wörtern verändert. Die Untersuchungsmethode stützt sich auf die Erkenntnis, dass komplexe Lexeme als prädikative Strukturen aufgefasst werden können. Den Analysen liegt die Dependenzgrammatik zugrunde. Die Ergebnisse weisen nach, dass durch das Wortbildungsspiel in den Prädikationsstrukturen bewirkte Veränderungen bestimmte Regelhaftigkeiten erkennen lassen.
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3. Korpus und Untersuchungsmethode

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Sowohl für die Wahl der Texte für die Entnahme der zu untersuchenden Wortbildungsspiele als auch für die Wahl der Untersuchungsmethode lagen verschiedene Möglichkeiten vor.

Die Wahl der Texte wird in Kapitel 3.1 begründet, dort wird auch das Korpus, das aus 150 Wortbildungsspielen besteht, die satirischen Texten aus der Internetzeitschrift „Der Postillon“, Kurztexten und Gedichten verschiedener Autoren, aber auch Glossen und Kommentaren aus der „Süddeutschen Zeitung“ und der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ aus dem Zeitraum vom 1.01.2011 bis zum 31.12.2011 entnommen wurden, ausführlich präsentiert.

Als Methode für die Untersuchung von Wortbildungsspielen kam u.a. ein an die in Kap. 2.1 erwähnte Theorie der mentalen Räume und konzeptuellen Verschmelzungen von Fauconnier/Turner (2002) angelehntes Verfahren in Frage. Verschmelzungen betreffen nämlich Augenblickskonzeptualisierungen, also solche, die neuartig, (noch) nicht konventionalisiert sind. Ein Vorschlag, die Semantik von Wortbildungsspielen anhand von Fauconniers und Turners Theorie (2002) zu beleuchten, wurde in Janicka (2014) dargestellt. Für die vorliegende Arbeit wurde jedoch ein anderes Vorgehen gewählt. Ausschlaggebend für die Wahl der Untersuchungsmethode war die Prämisse, dass jedem komplexen Wort eine Prädikation zugrunde liegt (vgl. Busse 2009: 499), dass komplexe Wörter, und umso mehr Wortbildungsspiele, sich also als prädikative Strukturen auffassen lassen. Um aufzuzeigen, dass Wortbildungsspiele implizite Prädikationen sind, und um die Struktur dieser Prädikationen zu analysieren, ist ein auf die Dependenzgrammatik von Engel (1988, 12004, 22009) und die prädikationsorientierte Komposita-Beschreibung von Ortner et al....

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