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Modifikationen semantischer Strukturen in Wortbildungsspielen

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Joanna Janicka

Wortspiele entstehen unter anderem infolge kreativen Umgangs mit Wortbildungsregeln. In der Monographie schlägt die Autorin eine Definition und Klassifikation von Wortbildungsspielen vor dem Hintergrund von Wittgensteins Sprachspieltheorie vor. Sie untersucht, wie das Spiel mit den Wortbildungsregeln die semantische Struktur von Wörtern verändert. Die Untersuchungsmethode stützt sich auf die Erkenntnis, dass komplexe Lexeme als prädikative Strukturen aufgefasst werden können. Den Analysen liegt die Dependenzgrammatik zugrunde. Die Ergebnisse weisen nach, dass durch das Wortbildungsspiel in den Prädikationsstrukturen bewirkte Veränderungen bestimmte Regelhaftigkeiten erkennen lassen.
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6. Fazit und Ausblick

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Die für die Zwecke der vorliegenden Arbeit durchgeführten Untersuchungen ermöglichen es, bestimmte Aussagen zu Wortbildungsspielen zu machen.

Wortbildungsspiele lassen sich als eine Untergruppe innerhalb der Wortspiele aussondern. Während Wortspiele als die durch einen Normverstoß ausgedrückte objektsprachliche Formulierung einer metasprachlichen Information (vgl. Hausmann 1974: 16, Tęcza 1997: 18) verstanden werden und trotz der Abgrenzung von anderen rhetorischen Mitteln und trotz aller Einschränkungen eine relativ umfangreiche und heterogene Menge sprachlicher Phänomene darstellen, erfolgt die Differenzierung zwischen Wortbildungsspielen und anderen Wortspieltypen aufgrund der näheren Bestimmung der durch sie vermittelten linguistischen Information: Alle Wortbildungsspiele vermitteln eine Information über das Wortbildungssystem der Sprache, in der sie kreiert werden. In der vorliegenden Arbeit wurden Wortbildungsspiele untersucht, die in der deutschen Sprache verfasst wurden; die durch sie vermittelte Information bezieht sich also auf das Wortbildungssystem des Deutschen.

Diese Information kann die Art der Wortbildungseinheiten und Wortbildungsmuster im Deutschen, die Regeln hinsichtlich der Verbindung einzelner Wortbildungseinheiten zu komplexen Lexemen und ihre semantische Verträglichkeit betreffen, aber auch zusätzlich die Homonymie zwischen den Konstituenten zweier komplexer Lexeme, die unterschiedliche Bedeutungen haben. In diesem Sinne platzieren sich Wortbildungsspiele an der Schnittstelle zwischen Wortspielen im engeren Sinne und Wortspielen im weiteren Sinne (vgl. Kapitel 1). Die Informationen über die Wortbildungsregeln werden dem Hörer/Leser zugänglich gemacht, indem gegen die Wortbildungsnorm verstoßen wird, wenn also den konventionellen Lesarten in der deutschen Sprache existierender Lexeme eine unkonventionelle gegenübergestellt wird bzw. wenn auf unkonventionelle Weise...

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