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Mediation im Gesundheitswesen

Außergerichtliche Streitbeilegung bei Arzthaftungskonflikten

Series:

Catharina Herzog

Mediation gewinnt an öffentlicher Aufmerksamkeit und damit an Bedeutung. Stetig werden neue Anwendungsbereiche erschlossen. Im Bereich des Arzthaftungsrechtes ist sie allerdings noch weitgehend unbekannt. Dieses Buch beschäftigt sich mit der Frage, ob Mediation auch in Arzt-Patient-Konflikten eine gleichwertige Streitbeilegungsmöglichkeit neben den gerichtlichen Verfahren sowie den Verfahren der Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen der Landesärztekammern sein kann. Im Fokus stehen dabei sowohl die theoretische Geeignetheit der Mediation im Bereich des Arzthaftungsrechtes als auch ihre praktischen Umsetzungschancen. Mit Hilfe dieser Erkenntnisse setzt sich die Autorin mit den Grenzen des Verfahrens und seinen Anwendungsmöglichkeiten eingehend auseinander.
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Kapitel 5: Theoretische Eignung von Mediation bei arzthaftungsrechtlichen Streitigkeiten

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Kapitel 5: Theoretische Eignung von Mediation bei arzthaftungsrechtlichen Streitigkeiten

A. Einführung

Durch das Tätigwerden der Europäischen Union und die Umsetzung des nationalen Gesetzgebers, mit der eine einheitliche Regelung zur Mediation auch bei landesinternen Streitigkeiten geschaffen worden ist, wird die wachsende Bedeutung dieses Verfahrens als alternative Konfliktlösung deutlich. Auch die verstärkte Nachfrage und Inanspruchnahme der Mediation in anderen als ihren klassischen Anwendungsgebieten stellt ihren zunehmenden Einfluss heraus. Ob sie sich wirklich in jedem Bereich einsetzen lässt, ist damit nicht beantwortet. Ihre Einsetzbarkeit bei Arzthaftungsstreitigkeiten näher zu untersuchen, lohnt sich vor diesem Hintergrund und angesichts der Tatsache, dass die vorhandenen Streitbeilegungsmöglichkeiten im Arzthaftungsrecht nicht ausreichend befriedigen, in jedem Fall.

Anhand der Besonderheiten der Mediation und arzthaftungsrechtlicher Streitigkeiten wird im Folgenden die Geeignetheit des Mediationsverfahrens im Bereich der Arzthaftung untersucht. Die zentrale Frage lautet hierbei: Welchen Wert kann das Mediationsverfahren für Arzt und Patient sowie für die Berufshaftpflichtversicherer und Anwälte haben? Die Beantwortung dieser Frage wird durchgehend vor dem Hintergrund des besonderen Vertrauensverhältnisses zwischen Arzt und Patient und des gegebenen Sensibilitätsbereichs betrachtet. Ziel der Einsetzung von Mediation soll primär eine nachhaltige Verbesserung der Arzt-Patient-Beziehung sein. Die Entlastung der Gerichte durch die Hinwendung zu einer neuen Streitkultur kann gleichzeitig verwirklicht werden.

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