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Persönlichkeitsrechtsverletzungen bei Sportveranstaltungen als Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung

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Christian Herles

Das Buch beschäftigt sich mit dem viel diskutierten Themenbereich des Fußballsicherheitsrechts. Während meistens der Schwerpunkt auf der Betrachtung von Gefahren für Leib und Leben liegt, widmet sich der Autor den psychischen Gewaltformen wie Beleidigungen und Diskriminierungen, die Gefahren für Persönlichkeitsrechte darstellen. Er stellt sich der Frage, ob und wie die Polizei im Rahmen ihrer Gefahrenabwehraufgabe gegen Persönlichkeitsrechtsverletzungen bei Sportgroßveranstaltungen vorgehen muss. Der Autor subsumiert die unterschiedlichen Erscheinungsformen von Fanausschreitungen unter den zentralen Begriff der Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung und untersucht die Handlungsmöglichkeiten der Polizei. Er geht dabei auch auf die geteilte Sicherheitsverantwortung zwischen Veranstalter und Polizei ein.
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§ 1 Fanausschreitungen und Persönlichkeitsrechtsverletzungen

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§ 1  Fanausschreitungen und Persönlichkeitsrechtsverletzungen

Die Zusammenkunft von Menschenmassen bringt eine Vielzahl von Gefahren für Einzelne mit sich, wobei Fanausschreitungen als spezifischer Problemschwerpunkt bei Sportveranstaltungen genannt werden können. Dabei handelt es sich nicht um ein einheitliches Phänomen, sondern um eine Vielzahl von Erscheinungsformen aggressiven Fanverhaltens, zu denen auch Verunglimpfungen und Beleidigungen gehören. Im Folgenden sollen die Sachverhalte dargestellt werden, die Gegenstand der vorliegenden Arbeit sind.

I.  Fanausschreitungen als typische Gefahren

Neben den sportlichen Leistungen steht das Verhalten der Zuschauer zunehmend im Fokus der Wahrnehmung von Sportgroßveranstaltungen. Das verwundert angesichts der Dimension von Sportveranstaltungen im Profifußball nicht. Zwischen den europäischen Ligen ist ein regelrechter Wettbewerb um die Zuschauerzahlen in den Stadien entstanden.3 Die große Mehrheit der Zuschauer fällt nicht durch aggressives Verhalten auf. Bei einem kleinen Teil der Zuschauer lassen sich jedoch erhebliche Aggressionen beobachten. Die dabei zu Tage tretenden Verhaltensweisen können unter dem Begriff der Fanausschreitungen zusammengefasst werden. Was unter Fanausschreitungen zu verstehen ist, bringt der Fußballweltverband FIFA mit Art. 74 Nr. 3 FDC zum Ausdruck, indem er Gewalttätigkeiten gegen Personen oder Sachen, das Abbrennen von Feuerwerkskörpern, das Werfen von Gegenständen, das Vorzeigen ehrverletzender Spruchbänder oder ehrverletzende Rufe und das Eindringen auf das Spielfeld nennt. Fanausschreitungen bedeuten nicht nur eine Störung des sportlichen Wettbewerbs selbst, sondern auch eine Gefährdung zahlreicher Rechtsgüter, was sich mitunter in der Begehung von Straftaten widerspiegelt.4

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