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Russland im 21. Jahrhundert. Reif für eine multipolare Welt?

Eine Analyse der strategischen Kultur Russlands und das daraus abgeleitete Erfordernis einer konfliktsensiblen Außen- und Sicherheitspolitik gegenüber Russland

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Norbert Eitelhuber

Wie mit Russland reden? Angesichts der aktuellen Ukraine-Krise identifiziert das Buch die strategische Kultur Russlands, zeigt deren Auswirkung auf die heutige Außen- und Sicherheitspolitik auf und zieht Folgerungen für den Umgang mit Russland. Neorealistische Analysen können Russlands Verhalten in der multipolaren Welt des 21. Jahrhunderts nur begrenzt erklären und führen in ihren Schlussfolgerungen zu einem Wiederaufleben der früheren Blockkonfrontation. Ein wesentlicher Wandel der strategischen Kultur erfolgte nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion. Kooperative Politikansätze können darauf aufbauen. Der politische Westen sollte Mut zu mehr Pluralismus im internationalen System zeigen. Eine erneute Blockkonfrontation ist vermeidbar – dies ist eine zentrale Aussage des Buches.
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3. Wurzeln der strategischen Kultur Russlands

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Die Wurzeln der russischen strategischen Kultur liegen in einer Vielzahl geografischer und ethnischer Faktoren sowie historischer und religiöser Entwicklungen, die einen prägenden Einfluss auf Bedrohungswahrnehmung, Streben nach Sicherheit, Großmachtstreben, Herrschaftsform, das Menschenbild, den Drang nach Anerkennung und die Bereitschaft zur Opferung, die Frage der Zugehörigkeit oder die Angst vor Isolation gehabt haben.

Im Folgenden werden zunächst, quasi als Rahmen für die weitere Untersuchung, geografische und ethnische Faktoren betrachtet. Dann werden die Rollen von Staat, Militär, Gesellschaft und Kirche sowie deren Bedeutung für die Ausprägung der Präferenzen der strategischen Kultur, gegliedert nach den Epochen russischer Geschichte, untersucht. Diese Darstellungsform wurde gewählt, weil sie dem geschichtswissenschaftlichen Vorgehen entspricht und weil eine Gliederung, die sukzessive die einzelnen Parameter der strategischer Kultur jeweils über alle Epochen hinweg getrennt untersuchen würde, zu häufig auf die gleichen prägenden geschichtlichen Ereignisse rekurrieren müsste. In Ausnahmefällen wird von der gewählten Systematik bewusst abgewichen, um spezifische Entwicklungsstränge, zum Beispiel das Fortbestehen des „Novgoroder Mythos“ über die Epochen hinweg, stärker herauszuheben. Die Arbeit nimmt für sich nicht in Anspruch eine geschichtswissenschaftliche Analyse zu sein. Ihr Fokus liegt auf der politikwissenschaftlichen Betrachtung.

3.1 Prägende Rahmenfaktoren

3.1.1 Das geografische Faktum

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