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Russland im 21. Jahrhundert. Reif für eine multipolare Welt?

Eine Analyse der strategischen Kultur Russlands und das daraus abgeleitete Erfordernis einer konfliktsensiblen Außen- und Sicherheitspolitik gegenüber Russland

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Norbert Eitelhuber

Wie mit Russland reden? Angesichts der aktuellen Ukraine-Krise identifiziert das Buch die strategische Kultur Russlands, zeigt deren Auswirkung auf die heutige Außen- und Sicherheitspolitik auf und zieht Folgerungen für den Umgang mit Russland. Neorealistische Analysen können Russlands Verhalten in der multipolaren Welt des 21. Jahrhunderts nur begrenzt erklären und führen in ihren Schlussfolgerungen zu einem Wiederaufleben der früheren Blockkonfrontation. Ein wesentlicher Wandel der strategischen Kultur erfolgte nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion. Kooperative Politikansätze können darauf aufbauen. Der politische Westen sollte Mut zu mehr Pluralismus im internationalen System zeigen. Eine erneute Blockkonfrontation ist vermeidbar – dies ist eine zentrale Aussage des Buches.
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6. Zusammenführung der Ergebnisse

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„Nicht was wir erleben, sondern wie wir empfinden, was wir erleben, macht unser Schicksal aus.“

Marie von Ebner-Eschenbach1126

6.1 Zur Theorie

Die traditionell vorherrschende Sicht des Rationalismus zur Beschreibung russischen Verhaltens in der Außen- und Sicherheitspolitik greift oftmals zu kurz. Sie bietet keine Erklärungsmuster für auf den ersten Blick irrationale beziehungsweise suboptimale Verhaltensweisen der Politik. Dies ist umso bedeutsamer, als beim Balancieren der Machtungleichgewichte in einer multipolaren Welt die Wahrscheinlichkeit von Fehleinschätzungen höher ist als in einer unipolaren Welt. Wird Russland einzig durch die Augen des Westens betrachtet, so werden bei Konflikten meist nur die an der Oberfläche ablaufenden Prozesse wahrgenommen. Es wird vergeblich versucht, die Symptome zu kurieren, während die auf der tieferen Ebene der strategischen Kultur bewusst oder unbewusst den Konflikt beeinflussenden Faktoren nicht erkannt werden. Auch die Überflutung durch die Einzelereignisse des politischen Tagesgeschäfts verstellt Analysten mitunter den Blick auf das Gesamtverständnis.

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