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Das Folgerecht und die Durchsetzung der folgerechtlichen Vergütungsansprüche

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Silviya Yankova

Dieses Buch untersucht das Folgerecht von der Notwendigkeit seiner Existenz bis zu seiner praktischen Durchsetzung in Deutschland. Die Autorin hält der Behauptung, dass sich das droite de suite negativ auf die betroffenen Kunstmärkte auswirkt, die Auswertung aktueller Studien über den europäischen und weltweiten Kunstmarkt entgegen. Sie stellt die Besonderheiten der Regelungen § 26 UrhG und RL 2001/84/EG sowie möglicher komplementären Rechtsinstitute dar. Ein Kapitel thematisiert die Durchsetzung von folgerechtlichen Vergütungsansprüchen im Rahmen der kollektiven Rechtewahrnehmung durch die Verwertungsgesellschaft Bild-Kunst und die Änderungen, die die Umsetzung der RL 2014/26/EU sowie die Kündigung der Ausgleichsvereinigung Kunst mit sich bringen.
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Teil 1. Einleitung

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Teil 1.   Einleitung

A.   Problemaufriss

Bildende Kunst ist nicht nur ein Kulturgut, sondern auch die bedeutendste Handelsware des Kunstmarktes.1 Diese Doppelnatur erfordert, dass im Rahmen der rechtlichen Behandlung der bildenden Kunst diverse Interessen in Einklang gebracht werden. Die geistige Kreativität von bildenden Künstlern muss als eine der kulturellen Säulen unserer Gesellschaft geschützt und gefördert werden. Der rechtliche Schutz dieser Urhebergruppe darf sich jedoch nicht negativ auf die wirtschaftliche Verkehrsfähigkeit der Kunstwerke und die Funktionsfähigkeit des Kunstmarktes auswirken. An der Schnittstelle dieses Interessenausgleichs steht das Rechtsinstitut Folgerecht. Die Diskussion zwischen Rechts-, Wirtschafts- und Kulturwissenschaftlern über dieses Recht der bildenden Künstler vermag seit ungefähr 100 Jahre nicht zu verstummen. So lange hält die Debatte an, ob das Folgerecht eine Existenzberechtigung verdient. Die Rechtfertigung des Rechtsinstituts wird im Schrifttum vermehrt angezweifelt und einzelne Merkmale seiner Ausgestaltung werden als problematisch thematisiert. Viele Stellungnahmen sind dabei lobbyistisch gefärbt: Die großen Auktionshäuser und die Händlerkreise wollen das droit de suite zur Verdammnis beschwören, während die etablierten Verwertungsgesellschaften mittlerweile als die größten Verfechter des Folgerechts agieren. Dies ist auch nicht verwunderlich, denn die wirtschaftlichen Interessen spielen bei einem Jahresumsatz von 43 Milliarden Euro, den der weltweite Kunstmarkt im Jahr 2012 erzielte,2 eine durchaus wichtige Rolle im Hintergrund der wissenschaftlichen Diskussion.

Die Polemik um das Folgerecht herum verschärft sich dadurch, dass sich Rechts- und Wirtschaftswissenschaftler bezüglich der Folgen...

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