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Ethik in Freiheit

Zur Grundlegung politischen Denkens bei Karl Jaspers

Paul R. Tarmann

Der Autor zeigt auf, dass die Idee der Freiheit für Karl Jaspers die Grundlage seines politischen Denkens und seiner politischen Ethik darstellt. Jaspers beschreibt, dass der Mensch aus Freiheit und Verantwortung heraus handeln soll, wobei die Motivatoren dafür Vernunft und Liebe seien. So kann der unbedingten Forderung entsprochen werden. Auch in der Politik soll diese Maxime umgesetzt werden. Dementsprechend ist Ethik in Freiheit die Grundlegung von Jaspers’ politischem Denken.
«Der Autor hat uns mit diesem Buch Karl Jaspers und seine Idee der Freiheit neu nahe gebracht. Möge es viele Früchte der Freiheit tragen und verbreiten!»
O. Univ.-Prof. Dr. Dr. h.c. Manfried Welan (Universität für Bodenkultur Wien)
«Der Aufgabe, eine politische Ethik bei Jaspers zu rekonstruieren, hat sich Paul R. Tarmann in vorbildlicher Weise unterzogen.»
O. Univ.-Prof. Dr. Norbert Leser † (Universität Wien)
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Geleitwort (Manfried Welan)

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Manfried Welan: Geleitwort

Jaspers war einer der Philosophen unserer Jugend. Er präsentierte sich uns durch ein Göschen-Bändchen: Das tausendste Göschen-Bändchen hätte heißen sollen: „Die geistigen Bewegungen der Gegenwart“. Jaspers änderte das Thema in: „Die geistige Situation der Zeit“. Das gefiel mir. Darin fand ich vieles, was wir im Gymnasium diskutiert hatten: „Vermassung“, „Nivellierung“ und „Funktionalisierung“ des Menschen. Das alles verstanden wir durch Jaspers als das Ergebnis des sogenannten Fortschritts, der nach Johann Nestroy überhaupt das an sich hat, dass er viel größer ausschaut, als er wirklich ist. Wittgenstein bezog sich auf diesen Satz.

Jürgen Habermas gab 1979 in zwei Bänden „Stichworte zur geistigen Situation der Zeit“ heraus. Da sich seither weltweit mehr verändert hat als in der Zeit davor, wären solche Stichworte heute notwendiger denn je. Aber es fehlt nicht an Orientierungen: Mit seiner These, dass Religion eine gegenwärtige Gestalt des Geistes ist, lieferte Habermas dazu eine Grundlage. Der „Strudel des modernen Daseins“ wurde in vieler Hinsicht ein „Strudel der Selbstzerstörung“.

Was uns Jungen der 50er und 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts an Karl Jaspers imponierte, war sein sich Einbringen in die Öffentlichkeit und in die Politik. In seinem wahrscheinlich bekanntesten Buch „Die Atombombe und die Zukunft des Menschen“ hatte er die Gefahren der Zeit beschrieben: Die Menschheit stehe vor der Grenze, die sich aus den Gefahren der totalen Selbstvernichtung und eines totalitären Herrschaftssystems ergeben....

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