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Odysseen des Humanen

Antike, Judentum und Christentum in der deutschsprachigen Literatur- Festschrift für Prof. Dr. Maria Kłańska zum 65. Geburtstag

Edited By Katarzyna Jastal, Pawel Zarychta and Anna Dabrowska

Literatur war und ist ein Ort menschlicher Identitäts- und Wertefindung, an dem die Kontingenzen individueller und historischer Erfahrung in universale Kontinuitäten eingeschrieben werden. Sie ist auch ein Ort, an dem antike, jüdische und christliche Traditionsbestände durch ihre Fortsetzung und Neusemantisierung wieder aufleben und nicht selten zu Grundmustern individueller Sinnstiftung werden. Von dieser Grundbeobachtung ausgehend, begeben sich die Autorinnen und Autoren dieses Bandes auf die Suche nach solchen Kontinuitäten und Neusemantisierungen der antiken, jüdischen und christlichen Narrative in der älteren bis jüngsten deutschsprachigen Literatur. Sie rekurrieren auf die Forschungsinteressen von Prof. Dr. Maria Kłańska, der diese Publikation zum 65. Geburtstag gewidmet ist.
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Wie man in der Fremde Ithaka findet. Die deutsch-polnischen MigrantenautorInnen und ihre literarischen Heimreisen

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Agnieszka PalejUniwersytet Jagielloński w Krakowie

Wie man in der Fremde Ithaka findet.Die deutsch-polnischen MigrantenautorInnen und ihre literarischen Heimreisen

In Zeiten der weltweiten Globalisierungsentwicklungen sowie der mit der Globalisierung verbundenen internationalen Mobilität von Menschen schrumpfen die räumlichen Distanzen, die nationalstaatlichen Grenzen werden im Migrationsprozess überschritten, die bisherigen tradierten kulturellen sowie nationalen Positionierungen und auch tradierte Auffassungen über die Kultur als geschlossenes System in Frage gestellt. Man diskutiert über die Verbindlichkeit der kulturellen und nationalen Identität. Die Literatur leistet dazu einen wesentlichen Beitrag, indem sie auch antike Mythen als symbolische Verdichtungen allgemeiner Urerlebnisse, darunter auch die Bedeutung der grenzüberschreitenden Urfigur eines unfreiwilligen Migranten, des „die Heimat nach langen Irrfahrten Suchende[n]“1 aus dem kulturprägenden Epos der Griechen aktualisiert und in der Gegenwart der heutigen globalen Migrationsbewegung neu inszeniert.

Die Migrationserfahrung ist, wie andere Grunderfahrungen der menschlichen Existenz auch, seit jeher Gegenstand literarischer Gestaltung gewesen. Ein Beispiel für die motivische Wiederkehr und die literarische Verarbeitung der prototypischen Suche nach der Heimat in der neueren Literaturgeschichte ist die Literatur der Migranten, die unterschiedliche Migationserfahrungen immer wieder aufs Neue thematisiert. Die literarischen Migrantenfiguren müssen sich immer wieder positionieren, wobei sich jede Positionierung irgendwann als unzureichend erweisen kann. Eng verbunden mit dem Motiv der Heimkehr ist auch das Thema der menschlichen Identität, ihres Verlustes, der Suche nach ihr und ihrer Wiedergewinnung.

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