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Odysseen des Humanen

Antike, Judentum und Christentum in der deutschsprachigen Literatur- Festschrift für Prof. Dr. Maria Kłańska zum 65. Geburtstag

Edited By Katarzyna Jastal, Pawel Zarychta and Anna Dabrowska

Literatur war und ist ein Ort menschlicher Identitäts- und Wertefindung, an dem die Kontingenzen individueller und historischer Erfahrung in universale Kontinuitäten eingeschrieben werden. Sie ist auch ein Ort, an dem antike, jüdische und christliche Traditionsbestände durch ihre Fortsetzung und Neusemantisierung wieder aufleben und nicht selten zu Grundmustern individueller Sinnstiftung werden. Von dieser Grundbeobachtung ausgehend, begeben sich die Autorinnen und Autoren dieses Bandes auf die Suche nach solchen Kontinuitäten und Neusemantisierungen der antiken, jüdischen und christlichen Narrative in der älteren bis jüngsten deutschsprachigen Literatur. Sie rekurrieren auf die Forschungsinteressen von Prof. Dr. Maria Kłańska, der diese Publikation zum 65. Geburtstag gewidmet ist.
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Luther als Transfiguration des Miles christianus. Das Reformationsdrama Der Eißlebische Christliche Ritter von Martin Rinckart

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Mit ihrer schlüssigen Studie über Transfiguration biblisch-christlicher Stoffe und Muster in modernen deutschen Romanen1 hat mich Maria Kłańska an eigene Arbeiten erinnert. Vor mehr als fünfzig Jahren schrieb ich bei Dietrich Walter Jöns meine erste Seminararbeit: Die Imitatio Christi und die Personengestaltung in den Trauerspielen des Andreas Gryphius. Darin bezog ich mich u. a. auf Benjamins Trauerspiel-Buch, Schönes Säkularisations-Buch und das damals gerade erschienene Gryphius-Buch von Marian Szyrocki. Den poetologischen Hintergrund der Arbeit aber bildete natürlich Erich Auerbachs berühmter Figura-Aufsatz, auf den sich auch Kłańska in ihrem eigenen Aufsatz mit guten Gründen bezieht.

Im ‚Reformationsjahr‘ 1971 hatte ich, noch als Doktorand, das Glück, neben Berühmtheiten wie Ernst Bloch an einer öffentlichen Vortragsreihe anlässlich der Inszenierung von Dieter Fortes Stück Martin Luther & Thomas Münzer durch Heyme in Köln mitzuwirken. Aus meinem Vortrag wurde dann ein Buchprojekt über Lutherbilder in der Literatur von der ‚Wittenbergischen Nachtigall‘ des Hans Sachs bis zum ‚stiernackigen Gottesbarbaren‘ bei Thomas Mann.2 Es ist bis heute unvollendet geblieben, abgesehen von einigen veröffentlichten Kapiteln,3 darunter ← 183 | 184 → eines in einem Band, zu deren Herausgebern Maria Kłańska gehört.4 Jetzt gibt mir diese Festschrift für sie Gelegenheit, ein weiteres Kapitel vorzustellen: Ein früher Vorläufer Fortes als Luther-Dramatiker war Martin Rinckart (1586–1649). Er entwarf zur ersten Jahrhundertfeier der Reformation einen ganzen Luther-Zyklus. Dessen Eröffnungsstück bildet Der Eißlebische...

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