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Odysseen des Humanen

Antike, Judentum und Christentum in der deutschsprachigen Literatur- Festschrift für Prof. Dr. Maria Kłańska zum 65. Geburtstag

Katarzyna Jastal, Pawel Zarychta and Anna Dabrowska

Literatur war und ist ein Ort menschlicher Identitäts- und Wertefindung, an dem die Kontingenzen individueller und historischer Erfahrung in universale Kontinuitäten eingeschrieben werden. Sie ist auch ein Ort, an dem antike, jüdische und christliche Traditionsbestände durch ihre Fortsetzung und Neusemantisierung wieder aufleben und nicht selten zu Grundmustern individueller Sinnstiftung werden. Von dieser Grundbeobachtung ausgehend, begeben sich die Autorinnen und Autoren dieses Bandes auf die Suche nach solchen Kontinuitäten und Neusemantisierungen der antiken, jüdischen und christlichen Narrative in der älteren bis jüngsten deutschsprachigen Literatur. Sie rekurrieren auf die Forschungsinteressen von Prof. Dr. Maria Kłańska, der diese Publikation zum 65. Geburtstag gewidmet ist.
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Die Rezeption der Legende von Maurus und Placidus in den Werken von Paula von Preradović

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Bei der Geschichte von Maurus und Placidus handelt es sich um eine hagiographische Legende. Maurus (500/512–584), dessen Vater der römische Senator Eutichius war, wurde von dem berühmten Eremiten, Benedikt von Nursia erzogen.2 Schon bald galt er als Lieblingsschüler des Ordensgründers, denn er zeichnete sich durch großen Eifer aus. Er wurde wahrscheinlich zum Abt von Subiaco ernannt. Placidus (515–545) hingegen, eine halblegendäre Gestalt, soll ein römischer Patriziersohn gewesen sein. Bereits im Alter von sieben Jahren wurde er Benedikt anvertraut und wurde zu einem seiner Schüler.3 Er lebte als Mönch im Kloster von Monte Cassino, das u. a. von seinem Vater, Tertullus, gestiftet wurde. Placidus soll als Märtyrer gestorben sein.

Die Legende besagt, dass Benedikt eines Tages Placidus an einen nahegelegenen See schickte. Der Junge sollte Wasser holen. Kurze Zeit später erkannte der Abt auf wundersame Weise, dass der Knabe in den See gefallen war und zu ertrinken drohte. Er befahl also Maurus, der sich zu dieser Zeit im Kloster aufhielt, Placidus zur Hilfe zu eilen. Dieser gehorchte, ging dank des Gebets seines Vorgesetzten trockenen Fußes über das Wasser und rettete Placidus vor dem Tod.

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