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Zweitspracherwerb neu positioniert

Eine Studie der deutschen Sprachkenntnisse von Handelsschülern mit Migrationshintergrund

Alexandra Rösner

Die Autorin analysiert Ergebnisse einer dreijährigen Feldstudie mit Handelsschülern mit den Migrationshintergründen Türkei und ehemaliges Jugoslawien. Im Fokus steht die Entwicklung der Sprachkenntnisse im Bereich Ausdruck und Formulierung. Die Autorin arbeitet heraus, welche Fehler diese Schüler/innen machen, ob sie im Alter von 14 Jahren noch behebbar sind und ob die Schüler/innen trotz teils sehr schlechter sprachlicher Voraussetzungen die Schule auf dem Sprachniveau ihrer österreichischen Kollegen/innen abschließen können.
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0. Einleitung

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In den folgenden Ausführungen soll die Thematik der Zuwanderung nach Österreich und deren Einfluss auf das bestehende österreichische Bildungssystem bzw. auf die Schulwahl der Migrantinnen und Migranten erklärt werden. Im Weiteren folgt die Themeneingrenzung, hinsichtlich derer die Probanden/innen untersucht wurden. Anschließend werden der Erhebungsort der empirischen Untersuchung und dessen sprachliches Umfeld dargestellt. Zum Schluss wird die Gliederung der Arbeit vorgestellt.

0.1. Immigration und Schulbesuch

Die Zuwanderung hat in Österreich in den letzten Jahren Rekordwerte erreicht. In keiner Periode der österreichischen Nachkriegsgeschichte kamen und blieben so viele Zuwanderer wie in den ersten zehn Jahren des neuen Millenniums.4 Das hat nicht nur wirtschaftliche und demographische Auswirkungen auf Österreich, sondern auch nicht unwesentliche Auswirkungen auf das bestehende Bildungssystem. In Österreichs Volksschulen gab es im Schuljahr 2008/09 rund 22% Schüler/innen nicht deutscher Muttersprache, in den Hauptschulen waren es ca. 20%, in der neuen Mittelschule 24% und in den Sonderschulen gar fast 28%. Die allgemein bildendenden höheren Schulen (AHS-Unter- und -Oberstufe) besuchten 13% Schüler/innen nicht deutscher Muttersprache und die berufsbildenden Schulen (Berufsschule, BMS und BHS) nur knapp 10%, wobei allein 17% auf die BMS, also die ein- bis dreijährigen Handels- und Fachschulen, fallen. In dieser Erhebung5 wurden nicht nur Migranten/innen allgemein und aus den klassischen Anwerberländern Österreichs, nämlich der Türkei und dem ehemaligen Jugoslawien, berücksichtigt, sondern auch Angehörige österreichischer Volksgruppen wie Slowenen/innen in Kärnten und Kroaten/innen bzw. Ungarn/innen im Burgenland.

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