Show Less
Restricted access

Die Verfassungsbestrebungen der Tanzimât-Periode

Das «Kanun-i Esasî» – Die osmanische Verfassung von 1876

Series:

Tunay Sürek

Dieses Buch beschäftigt sich mit der Tanzimât-Periode, welche den Zeitraum von 1839 bis 1876 umfasst und den Beginn der Neuordnung von Recht und Gesellschaft in der osmanischen Geschichte darstellt. Tanzimât bedeutet übersetzt «heilsame Neuordnung». Die Neugestaltung und damit die Europäisierung des osmanischen Verfassungsrechts wurde in mehreren Phasen eingeführt. In diesem Kontext stellt sich unter anderem die Frage, inwieweit die Tanzimât-Periode mit ihren gesetzlichen Anordnungen eine Demokratisierung des Rechts (und womöglich der Gesellschaft) im Osmanischen Reich vorangetrieben hat. Mit dem Verfassungstext im Sinne des europäischen Konstitutionalismus des 19. Jahrhunderts kann auch erstmals von Rezeption, Transfer oder (kultureller) Translation ausländischen Verfassungsrechts (Belgiens und Preußens) gesprochen werden.
Show Summary Details
Restricted access

Fünftes Kapitel: Die Sultanserlasse von 1839 und 1856 bis zur Einführung einer Verfassung

Extract



I. Das Hatt-ı Şerif-î von Gülhane vom 03. November 1839296

Das Hatt-ı Şerif-î von Gülhane enthielt die Grundlinien der heilsamen Neuordnung. Die Neugestaltung des Rechtssystems wurde zum offiziellen Programm.297 Autor des Erlasses war Mustafa Reşit Paşa, der auch als Außenminister 1839 das Handschreiben in seiner Funktion als Außenminister im Rosengarten („Gülhane“) des Sultanspalastes vor ausländischen Gesandten, aber auch vor der osmanischen Oberschicht,298 verkündete. Das Hatt-ı Şerif-î von Gülhane wurde im Staatsanzeiger des Osmanischen Reiches veröffentlicht und zudem weiterverteilt.299

1. Inhalt des Handschreibens

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.