Show Less
Restricted access

Henrich Steffens

Ein politischer Professor in Umbruchzeiten 1806–1819

Marit Bergner

Diese mentalitätsgeschichtlich angelegte Studie untersucht den norwegischen Naturphilosophen Henrich Steffens (1773–1845), Gelehrter an den preußischen Universitäten Halle, Breslau und Berlin. Erstmals fasst sie ihn als politischen Professor, öffentlichen Kommentator der preußischen Politik und (Mit-)Initiator politischer Ereignisse im Kontext der nationsbildenden Jahre in Preußen. Henrich Steffens war Fürsprecher der autonomen und souveränen Wissenschaft, Leutnant im Krieg gegen Napoleon und wurde 1818 in der Breslauer Turnfehde durch die Ablehnung einer erzwungenen Nationsbildung zum Gegner der deutschen Nationalbewegung. Neben seinen in den Jahren 1806 bis 1819 publizierten politischen Schriften bilden auch private und behördliche Briefwechsel sowie seine Autobiographie den Quellenschwerpunkt.
Show Summary Details
Restricted access

Schlussbetrachtung

Extract



Henrich Steffens wurde, bedingt durch die Umbruchszeit in Europa zu Beginn des 19. Jahrhunderts, von einem preußischen Gelehrten und Naturphilosophen zu einem politischen Akteur. Dies allerdings nur für etwa dreizehn Jahre, denn aufgrund der Karlsbader Beschlüsse beendete Steffens seine politischen Publikationen und öffentlichen politischen Aktivitäten und widmete sich fortan erneut der rein wissenschaftlichen Lehre. Der Nachwelt hinterließ er mit seiner zehnbändigen Autobiographie jedoch nicht nur eine erschöpfende Darstellung seines Lebens, ein Zeugnis der napoleonischen Kriege, und einen ausführlichen Reisebericht der nordischen Länder, sondern auch ein einzigartig ausführliches Dokument der revolutionären, reformerischen, nationsbildenden und restaurativen Jahre in Europa, in dem er auch seine politischen Ansichten reflektiert.

Ziel dieser Arbeit war es daher, den nordischen Naturphilosophen und preußischen Gelehrten Henrich Steffens als politischen Akteur in Deutschland zwischen 1806 und 1819 zu untersuchen. Hierbei standen seine politischen Schriften, in denen er die nationsbildenden und reformerischen Prozesse kommentierte, im Zentrum der Analyse.

Die Entwicklung von Steffens’ politischem Aktionismus konnte anhand der drei untersuchten Beispiele geschildert werden und führt zu folgendem Ergebnis: Stellen die bildungspolitischen Vorlesungen in Halle 1809 mit der reinen Schriftform den Beginn seiner Politisierung dar, so ändert sich mit der Wahl des gesprochenen Wortes 1813 nicht nur die Methode von Steffens’ Auftreten – mit seinem Aufruf in der Breslauer Universität für den Krieg gegen Napoleon erfährt Steffens auch bis in die heutige Zeit die meiste Beachtung und Erinnerung. Die Breslauer Turnfehde schlie...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.