Show Less
Restricted access

Forschungsethik in der Fremdsprachenforschung

Eine systemische Betrachtung

Series:

Britta Viebrock

Auch in der Fremdsprachenforschung hat sich Forschungsethik zu einem wichtigen Thema entwickelt. Dabei geht es mit der Berücksichtigung einer systemischen Perspektive um weit mehr als die Beachtung von Regeln guter wissenschaftlicher Praxis. Wie sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Kontext ihrer Arbeit, aber auch darüber hinaus verhalten sollen, welche ethischen Implikationen methodologische Entscheidungen haben können, was die Auswirkungen einer zunehmenden Formalisierung forschungsethischer Fragen sind und weitere Aspekte werden in diesem Band systematisch und umfassend aufgearbeitet. Die Darstellung beinhaltet theoretische Grundlagen, praktische Anwendungsbezüge, eine Übersicht über formale Regelwerke sowie empirische Ergebnisse einer Befragung von Nachwuchsforschenden in der Disziplin und deren kritische Reflexion.
Show Summary Details
Restricted access

4. Prolegomena zu einer Kodifizierung forschungsethischer Parameter für die Fremdsprachenforschung

Extract



4.1 Ethik-Kodizes verwandter deutscher Fachgesellschaften15

4.1.1 Grundlegendes

Forschungsethische Regulierungsinstrumente finden sich auf unterschiedlichen institutionellen Ebenen, (z.B. Universität, Fachgesellschaft). Nahezu jede Hochschule hat Regeln guter wissenschaftlicher Praxis formuliert, die für ihre Mitglieder bindend sind. In vielen Disziplinen gibt es institutionelle Ethikkommissionen, welche die Unbedenklichkeit von Forschungsvorhaben prüfen. Im anglo-amerikanischen Raum ist selbst für jede Forschung mit Menschen eine Prüfung und Zustimmung (clearance) durch die universitätseigene Ethikkommission notwendig (vgl. Viebrock 2009: 40). Fachspezifische Interessenvertretungen und wissenschaftliche Gesellschaften verfügen über Ethik-Kodizes. Forschungsorganisationen erlassen Richtlinien, die mindestens für die Forscherinnen und Forscher bindend sind, deren Vorhaben von der Organisation finanziell gefördert werden. Und in diesem Gefüge hat auch noch jeder einzelne Forscher bzw. jede einzelne Forscherin seinen bzw. ihren eigenen forschungsethischen „Kompass“, der sich aus unterschiedlichen Bezugsquellen und individuellem Erfahrungswissen speist.

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.