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Von Lenau zu «Laibach»

Beiträge zu einer Kulturgeschichte Mitteleuropas

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Stefan Simonek

Die Beiträge dieses Bandes behandeln unter primär komparatistischer Perspektive Muster kultureller Rezeption und Interaktion in Mitteleuropa mit einem Schwerpunkt auf der Moderne; der Fokus liegt dabei auf der tschechischen, ukrainischen und slowenischen Literatur und deren Kontextualisierung im Rahmen der Donaumonarchie. Mitteleuropa wird als Region ausgewiesen, die um das Jahr 1900 von verschiedenen kulturellen und sprachlichen Codes und von deren spezifischer Engführung geprägt war. Weiter zeigt der Band, dass sich die Verknüpfung dieser Codes in modifizierter Form auch bis in die mittelbare Gegenwart beobachten lässt.
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2.5 Von den Schützenliedern zu Vjerka Serdjučka: Konstruktion und Dekonstruktion nationaler Identität im ukrainischen politischen Lied des 20. Jahrhunderts

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2.5  Von den Schützenliedern zu Vjerka Serdjučka: Konstruktion und Dekonstruktion nationaler Identität im ukrainischen politischen Lied des 20. Jahrhunderts

Der Versuch, den Auf- und Abbau, also Konstruktion und Dekonstruktion nationaler Identität am Beispiel des ukrainischen politischen Liedes im 20. Jahrhundert zu zeigen (wobei der Begriff des Politischen dabei über das Artikulieren eindimensionaler und direkt funktionalisierbarer politischer Botschaften oder auch unmittelbarer, dissidenter Kritik an politischen Zuständen hinausgeht), führt mit einer gewissen Zwangsläufigkeit zu den ukrainischen Schützenliedern auf der einen und den Performances von Vjerka Serdjučka1 auf der anderen Seite als Anfangs- und Endpunkt einer Evolution, die vom mittelbaren Beginn des 20. Jahrhunderts bis zu dessen unmittelbarem Ende (und noch darüber hinaus) reicht. Daneben inkludiert eine in dieser Weise konzipierte Zusammenschau neben einer erwünschten diachronen Achse auch den für die ukrainische Kultur prägenden Gegensatz zwischen den Entwicklungstendenzen im galizischen Westen des Landes, der aufgrund seiner früheren Zugehörigkeit zur Donaumonarchie sowie späterhin zum neu gegründeten polnischen Staat ein in wesentlichen Zügen anders konfiguriertes kulturelles Gedächtnis aufweist, und dem stärker russisch bzw. sowjetisch geprägten östlichen Teil des Landes – die differierenden, auch in der Sekundärliteratur innerhalb und außerhalb der Ukraine zu dichotomischen Gegenüberstellungen einladenden Individualpoetiken zentraler ukrainischer Autorinnen und Autoren der Gegenwart, wie etwa des mitteleuropäisch-galizisch geprägten Jurij Andruchovyč auf der einen und Serhij Žadans oder Oksana Zabužkos auf der anderen Seite,...

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