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Von Lenau zu «Laibach»

Beiträge zu einer Kulturgeschichte Mitteleuropas

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Stefan Simonek

Die Beiträge dieses Bandes behandeln unter primär komparatistischer Perspektive Muster kultureller Rezeption und Interaktion in Mitteleuropa mit einem Schwerpunkt auf der Moderne; der Fokus liegt dabei auf der tschechischen, ukrainischen und slowenischen Literatur und deren Kontextualisierung im Rahmen der Donaumonarchie. Mitteleuropa wird als Region ausgewiesen, die um das Jahr 1900 von verschiedenen kulturellen und sprachlichen Codes und von deren spezifischer Engführung geprägt war. Weiter zeigt der Band, dass sich die Verknüpfung dieser Codes in modifizierter Form auch bis in die mittelbare Gegenwart beobachten lässt.
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3.2 Das Kaffeehaus – ein (Un-)Ort der slowenischen und kroatischen Moderne

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3.2  Das Kaffeehaus – ein (Un-)Ort der slowenischen und kroatischen Moderne

Die folgenden Überlegungen stellen den Versuch dar, eine Zusammenschau auf ausgewählte, auf den Bereich ästhetischer Programmbildung hin abzielende Textproben aus der Literatur der kroatischen und slowenischen Moderne zu eröffnen, in denen die Funktion des Kaffeehauses als Raum für die Genese ästhetischer Reflexionen verhandelt wird. Dabei ist weniger die Frage der Konstituierung eines spezifischen, von literarischen Kurzformen wie Skizze, Feuilleton oder Anekdote geprägten Modells einer Kaffeehausliteratur von Interesse, die in der österreichischen Literatur der Jahrhundertwende paradigmatisch von Peter Altenberg repräsentiert wurde und die etwa im literarischen System der kroatischen Moderne über Autoren wie Antun Gustav Matoš oder Tin Ujević nicht zuletzt aufgrund der Ähnlichkeit der Zagreber mit den großen Wiener Kaffeehäusern in ähnlicher Form gegeben war (vgl. Stancic 1999: 178–180). Von zentralem Interesse ist hier vielmehr (gerade in Bezug auf die Funktion des Kaffeehauses in der Wiener Moderne, mit der alle folgenden Textproben aus dem Bereich der kroatischen und slowenischen Moderne in der einen oder anderen Weise verbunden sind) die Frage, wie die in den untersuchten Texten gegebene Artikulation programmatischer Positionen mit dem Raum des Kaffeehauses und den an diesen gebundenen Mechanismen der Ein- und Ausschließung der Realität außerhalb des Kaffeehauses zusammenhängt.

Der Umstand, dass dem Zeichenraum des Kaffeehauses gerade in der Literatur der südslawischen Moderne ganz offensichtlich eigene semiotische Qualitäten zukommen, die ihn als Ort, an dem...

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