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Von Lenau zu «Laibach»

Beiträge zu einer Kulturgeschichte Mitteleuropas

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Stefan Simonek

Die Beiträge dieses Bandes behandeln unter primär komparatistischer Perspektive Muster kultureller Rezeption und Interaktion in Mitteleuropa mit einem Schwerpunkt auf der Moderne; der Fokus liegt dabei auf der tschechischen, ukrainischen und slowenischen Literatur und deren Kontextualisierung im Rahmen der Donaumonarchie. Mitteleuropa wird als Region ausgewiesen, die um das Jahr 1900 von verschiedenen kulturellen und sprachlichen Codes und von deren spezifischer Engführung geprägt war. Weiter zeigt der Band, dass sich die Verknüpfung dieser Codes in modifizierter Form auch bis in die mittelbare Gegenwart beobachten lässt.
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4.1 Josef Svatopluk Machar, Zenon Przesmycki und die Wiener Wochenschrift „Die Zeit“

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4.1  Josef Svatopluk Machar, Zenon Przesmycki und die Wiener Wochenschrift „Die Zeit“

Im Zuge einer verstärkten wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit den interkulturellen Querverbindungen im mitteleuropäischen Raum zur Zeit der Moderne wurde in den letzten Jahren sowohl den Kontakten zwischen tschechischem, polnischem und österreichischem Kulturleben um 1900 im weiteren Sinne als auch dem 1894 von Heinrich Kanner, Isidor Singer und Hermann Bahr in Wien gegründeten Periodikum „Die Zeit. Wiener Wochenschrift für Politik, Volkswirthschaft, Wissenschaft und Kunst“ im engeren Sinne verstärkte Beachtung geschenkt. Einen nicht unwesentlichen Grund für die verstärkte Hinwendung zu diesen komparatistisch wie interkulturell ausgerichteten Fragestellungen mag wohl das konstante Interesse für die kulturelle Pluralität des mitteleuropäischen Raumes darstellen, die sich in den (kultur-)politischen Intentionen des im Herbst 1894 erstmals erscheinenden Wochenblattes wie in einem Brennspiegel manifestierte, ging es Hermann Bahr nach seinem zehnmonatigen Aufenthalt in Paris in den Jahren 1888/891 doch ganz wesentlich darum, nicht zuletzt mit Hilfe französischer literarischer Modelle2 der Moderne im deutschen Sprachraum zum Durchbruch zu verhelfen und (ganz der Logik der Innovationsästhetik der Moderne entsprechend) die als obsolet empfundenen älteren kulturellen Modelle eben vor dem Hintergrund einer neu gewonnenen Internationalität zu „überwinden“ (vgl. in diesem Kontext Bahrs programmatische Schrift Die Überwindung des Naturalismus aus dem Jahre 1891).

Gänzlich im Zeichen dieses Innovations- wie Überwindungsgestus stand auch die forciert übernational ausgerichtete Programmatik des neugegründeten Wochenblattes, für dessen Kulturberichterstattung Bahr zuständig war....

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