Show Less
Restricted access

Von Lenau zu «Laibach»

Beiträge zu einer Kulturgeschichte Mitteleuropas

Series:

Stefan Simonek

Die Beiträge dieses Bandes behandeln unter primär komparatistischer Perspektive Muster kultureller Rezeption und Interaktion in Mitteleuropa mit einem Schwerpunkt auf der Moderne; der Fokus liegt dabei auf der tschechischen, ukrainischen und slowenischen Literatur und deren Kontextualisierung im Rahmen der Donaumonarchie. Mitteleuropa wird als Region ausgewiesen, die um das Jahr 1900 von verschiedenen kulturellen und sprachlichen Codes und von deren spezifischer Engführung geprägt war. Weiter zeigt der Band, dass sich die Verknüpfung dieser Codes in modifizierter Form auch bis in die mittelbare Gegenwart beobachten lässt.
Show Summary Details
Restricted access

5.1 Austriakische Simulakra in der tschechischen Literatur der letzten Jahrzehnte

Extract

← 274 | 275 →

5.1  Austriakische Simulakra in der tschechischen Literatur der letzten Jahrzehnte

Die Darstellung Österreichs, Wiens und Kaiser Franz Josephs in der tschechischen Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts ist schon seit längerem Gegenstand intensiver germanistischer und slawistischer Forschung und wurde in zahlreichen Studien immer wieder untersucht.1 Was in diesem Zusammenhang dagegen noch aussteht, ist ein Blick auf die neuere tschechische Literatur im Kontext von theoretischen Ansätzen der Postmoderne, die in den letzten Jahren auch von tschechischen Autoren in ihrem Schreiben vermehrt berücksichtigt worden sind. In den im Folgenden präsentierten Textproben soll untersucht werden, ob und wie der Habsburger-Mythos in der tschechischen Literatur fortgeschrieben wird, lässt sich doch die Darstellung der Habsburger gewissermaßen als Kulminationspunkt des Kakanischen bzw. des Austriakischen insgesamt interpretieren. Diese thematische Konzentration erlaubt es auch, an einen Aufsatz von Zdeněk Mareček aus dem Jahre 1998 anzuknüpfen, in dem die Darstellung des Kaisers in der tschechischen Literatur des 20. Jahrhunderts untersucht wird und in dem Mareček zum Schluss kommt: „Unverbindliche postmoderne Spiele mit der Kaisergestalt habe ich bisher nicht registriert“ (Mareček 1998: 164–165).

Im Sinne einer Ergänzung bzw. auch einer Korrektur können der – ohnehin mit der gebotenen Vorsicht formulierten – Aussage Marečeks Texte von Jan Skácel, dem Theater von Jára Cimrman und von Jiří Kratochvil entgegengehalten werden, in denen mit den Mitgliedern des österreichischen Kaiserhauses und deren persönlichem Umfeld sehr wohl postmoderne Spiele veranstaltet werden.2...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.