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Linksextreme Einstellungen und Feindbilder

Befragungen, Statistiken und Analysen

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Monika Deutz-Schroeder and Klaus Schroeder

Die Autoren analysieren Strukturen und Entwicklungslinien des aktuellen Linksextremismus. Durch die Auswertung einer repräsentativen Umfrage und durch Befragungen von Jugendlichen zu linksextremen Einstellungen gelangen sie zu einer Charakterisierung von Linksextremisten und ihren zentralen Themenfeldern. Beispielhaft beleuchten sie Hassbotschaften sowie alte und neue linksextreme Feindbilder. Die Autoren halten fest, dass Linksextremisten zwar einen gewissen Einfluss innerhalb linker Milieus haben, von der Öffentlichkeit aber wenig Beachtung erfahren. Obwohl Linksextremisten den Rechtsstaat ignorieren und Pluralismus sowie parlamentarische Demokratie verachten, wird politisch links motivierte Gewalt weiterhin unterschätzt.
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V. Politische Einstellungen linksradikaler/linksextremer Jugendlicher

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 V.     Politische Einstellungen linksradikaler/linksextremer Jugendlicher

Anknüpfend an unsere Befragung linksaffiner Jugendlicher485 führten wir im Laufe des Jahres 2015 erneut Gespräche mit Jugendlichen auf Basis eines von uns entwickelten Interviewleitfadens.486 Die Interviews, die durch eine oder zwei Personen erfolgten, dauerten in der Regel zwischen 60 und 90 Minuten. Wie bei der ersten Befragungsrunde orientierten wir uns am Konzept des problemzentrierten Interviews, d. h. die Interviewer stellten in Anlehnung an den Interviewleitfaden Fragen, unterbrachen aber nicht das Gespräch bzw. den Redefluss, wenn der oder die Interviewte neue Aspekte einbrachte.487

Die Interviewer notierten sich während des Gesprächs wesentliche Stichpunkte zu den jeweiligen Komplexen und nahmen die Antworten zu einigen zentralen Aspekten auf Band auf. Unmittelbar nach der Befragung formulierten sie in Anlehnung an die Stichpunkte und die Aufzeichnungen die Antworten der interviewten Personen. Den befragten Personen sicherten wir Anonymität zu, was die Nichtweitergabe der Interviews miteinschloss. So konnte der Argwohn einiger Gesprächsteilnehmer, die Befragung diene ihrer Ausforschung, überwunden werden. Gleichwohl gab es, wie bei der ersten Interviewrunde, zumindest bei dem Komplex „politisch motivierte Gewalt“ nur sehr zurückhaltende Antworten. Bei dieser zweiten Befragungsrunde konzentrierten wir uns auf Personen, die sich explizit selber als „weit links“ oder „linksradikal“ einordneten.

Insgesamt interviewten wir 28 (13 weibliche und 15 männliche) Personen in verschiedenen Bundesländern. Die Mehrheit der befragten jungen Menschen lebt in Berlin (7). Die anderen stammen aus folgenden Bundesländern: NRW (3), Brandenburg (4), Schleswig Holstein (2), Hamburg (3)...

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