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Die Bedeutung der Bindung für die Entwicklung des Kindes und ihre Relevanz in historischen und aktuellen Krippenkonzepten

Rieke Schneider

Das Buch gewährt einen Rückblick auf die Geschichte der Kinderkrippen und führt zur Frage der «sicheren Bindung» (Bowlby), der Schlüsselfrage frühkindlicher Entwicklung. Historisch ist diese Bindung bis in die jüngste Zeit hinein kaum beachtet worden. Was bedeutet eine «sichere Bindung» des Kindes und welche Voraussetzungen erfordert sie? Wie können Krippen diese Aufgabe unterstützen und welche Kriterien sollten sie erfüllen? Neben den Krippenkonzepten in der ehemaligen DDR und der Bundesrepublik stehen sieben weitere pädagogische Konzepte im Fokus: Ihre pädagogischen Theorien und deren Folgen in der Praxis werden aus der Perspektive einer konsequenten Selbstbestimmung auch schon des kleinsten Kindes diskutiert.
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4. „Gütekriterien“ für Krippen zur Schaffung und Sicherung erfolgreicher Bindungen

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Welche „Gütekriterien“ sollten in einer Krippe erfüllt sein, damit sichere Bindungen der Kinder in verschiedenen pädagogischen Konzepten erreicht werden können?

4.1 Der Stellenwert der Bindung in einem pädagogischen Konzept für Krippen

Da eine sichere Bindung die unbedingte Voraussetzung für jegliche Entwicklung des Kindes ist, muss bei jedem pädagogischen Konzept für die frühe Kindheit zunächst gefragt werden, welchen Stellenwert sie in diesem Konzept hat. Wenn erkennbar ist, dass die Frage der Bindung nur temporär z.B. in einer Übergangszeit von Bedeutung ist oder faktisch keine Rolle spielt, da für die Umsetzung des pädagogischen Konzepts nicht die notwendigen Voraussetzungen bestehen (z.B. Kompetenz der Mitarbeiter, Personalschlüssel, Motivation der Mitarbeiter etc.), muss das pädagogische Konzept kritisch bewertet werden. Ein pädagogisches Konzept für die Betreuung von Kindern in Krippen, das seine Aufgabe primär in einer frühen Leistungsorientierung (z.B. „early english“) und Kompetenzentwicklung der Kinder sieht, kann aus zwei Gründen mit der Konzentration auf die sichere Bindung in Konflikt geraten. Erstens ist die Rangfolge zwischen Leistungsorientierung und Bindung von Bedeutung, und ein Konzept der Leistungorientierung, das nicht auf sicheren Bindungen aufbaut, dürfte den Kindern mehr schaden als nützen. Zweitens kann gefragt werden, ob die frühe Leistungsorientierung sicheren Bindungen nicht sogar entgegenwirkt, da sie als von außen auf die Kinder einwirkende Intention und Kraft ihr eigenes exploratives Streben begrenzen und behindern könnte. ­Sichere Bindungen erhalten aber...

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